Eigene Kartoffeln pflanzen

In Diesem Beitrag Erfährst du alles Über Den Anbau Von Kartoffeln unD Wir du Einen Guten Ertrag erziehlst. Ausserdem Gebe Ich Dir Noch Ein Paar Sortentipps Sowie Einen Überblick Über Die Häufigsten Krankheiten Bei kartoffeln.

Die Kartoffel, oder auch Erdapfel oder Erdbirne genannt, gehört zu der Familie der Nachtschattengewächse. Sie gehört zu den wichtigsten Nahrungsmitteln weltweit, zudem ist sie Futtermittel und ein Rohstoff in der Industrie. Ursprünglich kommt sie aus den südamerikanischen Anden. Dort gibt es Nachweise über Wildformen, die weit mehr als 10.000 Jahre zurückreichen. Übrigens: Bevor die Kartoffel in Europa zu einer Nutzpflanzen wurde, war sie aufgrund ihrer vielfältigen Blüten ausschließlich eine Zierpflanze.

Junge Kartoffelpflanzen

Das Kartoffelbeet vorbereiten

Das A und O für eine gute Kartoffelernte ist die Beetvorbereitung. Zwar wird die Kartoffel auch oft genutzt, um schwere Böden aufzulockern, wird doch der Ertrag dadurch meist um gut die Hälfte verringert. Deshalb sollte das Beet bestmöglich vorbereitet sein. Ein idealer Zeitpunkt ist der Spätherbst, im zeitigen Frühjahr ist es aber genauso gut. Am Besten wird zuerst der Boden tiefgründig gelockert. Mit einer Grabegabel, Broadfork oder ähnlichem geht das ganz gut. Dabei reicht es in der Regel den Boden nur aufzubrechen und zu lockern, ein Umgraben würde ich nur bei sehr schweren und verdichteten Böden machen. Eventuelles Unkraut kann dabei direkt mit beseitigt werden. Verteile nun großzügig Kompost, Pferdeäpfel oder gut angerotteten Mist auf der Fläche. Du kannst sie oberflächlich etwas einarbeiten. Versuche dabei die Fläche so gut es geht nicht mehr zu betreten, damit der Boden nicht mehr verdichtet wird. Im Frühjahr würde ich nur auf Kompost oder gut abgereifte Pferdeäpfel zurückgreifen. Über den Winter kannst Du die Fläche noch einmal mit Stroh, Laub oder Zweigen abmulchen – eine Plane oder ähnliches geht genauso gut. So können die Bodenlebewesen das aufgebrachte Material besser umsetzen. Bis zum Legen der Kartoffeln kannst Du das Beet so liegen lassen.

Ein lockerer Boden fördert große Kartoffeln

Kartoffeln vorkeimen lassen

Ein guter Tipp ist, die Kartoffeln vor dem Legen im Haus vorkeimen zu lassen. Dadurch bekommen die Saatkartoffeln einen kleinen Vorsprung und können direkt im Boden durchstarten. Dafür legst Du sie ca. 2 bis 3 Wochen bei ca. 16-18 Grad auf eine helle Fensterbank. Hier kannst Du die Kartoffeln auf Eierkartons, in Kisten oder ähnlichem auslegen – Hauptsache es kommt genug Licht an jede einzelne Kartoffel. Du wirst sehen, ein paar Tage später und die ersten Keime sind sichtbar. Sind sie ca 1-2 cm lang, kannst Du sie mit in Deinen Garten nehmen und in das Beet legen. Im nächsten Absatz erfährst Du, wie Du vorgehen musst. Anfang April sollten die Temperatur und die Wetterbedingungen weitgehend so gut sein, dass es den Kartoffeln in der Erde nichts mehr ausmacht. Legst Du die Kartoffeln schon früher, oder sind noch einmal starke Fröste zu erwarten, kannst Du die Kartoffeln zusätzlich mit einem Vlies schützen.

Die Blüten der Kartoffel können weißlich, rötlich oder bläulich sein

Kartoffeln richtig legen

Bevor Du die gekeimten Kartoffeln in den Boden legen kannst, musst Du die Furchen ziehen und öffnen. Das geht ganz einfach. Dafür ziehst Du die Furchen im Abstand von 50 bis 70 cm zueinander in Dein Beet. Lege die Furchen am Besten so an, dass die Längsseiten möglichst viel Mittagssonne abbekommen. So kann sich die Erde schneller erwärmen und die Kartoffeln wachsen in aller Regel besser. Wenn möglich, vertiefe die Furchen etwa um 10 cm, so ist mehr Platz für das Kartoffelwachstum. Um eine gute Nährstoffversorgung zu gewährleisten, gibst Du am Besten etwas Langzeitdünger, wie zB Hornspäne, mit in die Furchen. Jetzt kannst Du die Kartoffel in die vorbereiteten Furchen legen. Der Abstand zueinander sollte ca 20-30 cm betragen. Fülle die Furchen wieder auf und gieße die Pflanzkartoffeln gut an. Eventuell kannst Du, wie schon im Absatz zuvor beschrieben, die Beete mit einem Vlies schützen. In der Regel ist es in den meisten Gebieten aber gar nicht nötig.

Diese Keime sind schon fast zu lang, lassen sich aber trotzdem noch legen

Die Kartoffelpflege

Erscheinen die ersten Blatttriebe aus der Erde, solltest Du mit den ersten Pflegemaßnahmen starten. Häufele die Pflänzchen bis zu den Blattachseln an und entferne dabei gleich das Unkraut. In der Regel reicht es, die Kartoffeln zwei bis drei Mal anzuhäufeln. Das wichtigste ist, die Kartoffeln in diesem Stadium unkrautfrei zu halten. Bei anhaltender Trockenheit freuen sich die Kartoffeln über ein wenig Wasser. Die freien Flächen zwischen den Pflanzen kannst Du ebenfalls mit Rasenschnitt oder Stroh abmulchen. Sobald ein Blattschluss vorhanden ist, brauchst Du kaum noch Unkraut zu beseitigen. Gelegentlich solltest Du unbedingt auf Schädlinge und Krankheiten achten. Im übernächsten Absatz erfährst Du mehr über typische Kartoffelschädlinge und Krankheiten.

Ernte und Lagerung

Je nach Sorte und Pflanzzeitpunkt kannst Du ab August bis Oktober Deine Kartoffeln ernten. Sehr frühe Kartoffelsorten können also schon im Sommer aus der Erde und geben dann den Platz für eventuelles Wintergemüse frei. Allerdings sind diese Sorten meist nicht lange lagerfähig. Sehr späte Kartoffeln, die im Oktober oder sogar Anfang November geerntet werden, sind besonders gut lagerfähig. Der ideale Zeitpunkt zur Ernte ist, wenn das Laub welkt. Dafür gräbst Du am Besten mit einer Grabegabel die Kartoffeln aus den Hügeln aus. Wenn Du neben die Reihe stichst und diese dann anhebst, verletzt Du möglichst wenig Kartoffeln. Diese kannst Du dann aus der lockeren und aufgebrochen Erde sammeln. Verletzte Kartoffeln verbrauchst Du am Besten zeitnah auf. Alle anderen kannst Du gut an einem kühlen und dunklen Ort mehrere Monate lagern. Gelegentlich solltest Du Deinen Kartoffelvorrat auf faule Kartoffeln untersuchen und diese umgehend entsorgen.

Mit einer Grabegabel geht die Ernte ganz einfach

Krankheiten und Schädlinge

Wie fast jede Pflanze gibt es auch spezifische Schädlinge und Krankheiten bei unseren beliebten Kartoffeln. Manche sind verherrend, andere bekommt man ziemlich gut in den Griff. Hier erfährst Du, welche Krankheiten es gibt, wie Du sie rechtzeitig erkennen kannst und was Du dagegen unternimmst! Denke aber immer daran, dass andere Nachtschattengewächse ebenso diese Krankheiten und Schädlinge bekommen können. Achte also immer unbedingt auf Mischkultur und Fruchtfolgen. Diese Systeme können dir einiges an Ärger ersparen.

Der Kartoffelkäfer sieht wunderschön aus, kann aber eine ganz schöne Plage werden
  • Der Kartoffelkäfer ist wahrscheinlich der bekannteste Schädling, auch unter den Gartenanfängern. Greift man nicht rechtzeitig ein, können die Käfer, und die Larven, großen Schaden im Gemüsegarten anrichten. Wenn er massenhaft auftritt, ist im Nu alles kahl gefressen. Deshalb wird der zu den Blattkäfern gehörende Kartoffelkäfer vor allem in der Landwirtschaft gefürchtet. Jedoch kannst Du Dir das auffällige Aussehen zu nutzen machen. Die bis zu 1,5cm großen, schwarz-gelb gestreiften Käfer sind nämlich gut zu erkennen. Die Käfer, als auch die Larven, fressen das Blattwerk bis auf das Gerippe ab. Betroffen sind alle hier wachsenden Nachtschattengewächse, also Kartoffeln und Tomaten, aber auch Auberginen und Paprika. Dennoch musst Du nicht den Kopf in den Sand stecken. Du kannst einiges vorbeugend anstellen, um diese Plage zu verhindern. Durch einen naturnahen Garten kannst Du Nützlinge und Fressfeinde des Kartoffelkäfers, wie Kröten und Laufkäfer, anlocken. Vor dem Pflanzen anfälliger Gewächse solltest Du das Beet tiefgründig lockern und eventuell überwintert Käfer entfernen. Ab Mai solltest Du regelmäßig das Blattwerk kontrollieren und Käfer, Larven und Eier absammeln. Am Besten entsorgt Du sie in der Restmülltonne. Auf keinen Fall auf den Kompost geben, sonst entwickeln sie die Kartoffelkäfer dort weiter. Wichtig ist natürlich auch, dass Du die Fruchtfolge einhältst. Versuche möglichst nur alle 4 Jahre Nachtschattengewächse auf das gleiche Beet zu setzen. So vermeidest Du, dass der Kartoffelkäfer sofort wieder im nächsten Jahr angreifen kann. Mit verschiedenen Jauchen kannst Du die Pflanzen stärken. Ein guter Partner ist der Lein, er irritiert den Kartoffelkäfer und vermindert stark den Schädlingsdruck.
  • Die Kraut-und Knollenfäule ist die verbreitete Krankheit der Kartoffel. Sie kann bis zu 50% der Ernte zerstören. Die Kraut- und Knollenfäule ist ein Pilz und verbreitet sich besonders stark bei feuchtwarmen Wetter. Du erkennst den Pilz an braunen, eingefallen Blättern und weißem Belag an der Unterseite. Ist es feuchtwarm und windig, kann sie die Kraut- und Knollenfäule rasend schnell verbreiten. Hast Du erstmal einen Befall, kannst Du kaum etwas dagegen tun. Befallene Pflanzen teils solltest Du im Restmüll entsorgen, eventuell muss die ganze Pflanze entsorgt werden. Vorbeugend solltest Du nicht zu viel mit Stickstoff düngen. Ein großer und luftiger Pflanzabstand ist vorteilhaft, so kann im Sommer die Feuchtigkeit von den Blättern besser verdunsten.
  • Der Kartoffelkrebs ist ebenfalls ein Pilz, der Synhytrium endobioticum, welcher wucherartig die Knollen und den Stängelgrund befallen. Im Laufe der Zeit verfärben diese sich dunkel und trocknen später ab. Sie enthalten dann ein schwarzes Pulver, die Sporen des Pilzes. Einlagern lassen sich solche Kartoffeln nicht, die Infektion schreitet dann auch weiter. Besonders in kühlen und feuchten Regionen kann sich der Befall stark ausbilden. Leider gibt es auch keine Möglichkeit, den Kartoffelkrebs zu bekämpfen. Hier gilt es, vorbeugend zu handeln. Fruchtfolge, Ruhezeiten und resistente Sorten sind das A und O. Wichtig: Der Kartoffelkrebs gehört zu den meldepflichtigen Krankheiten. Das bedeutet, die Fläche darf auch erst wieder nach vollständiger Befallsfreiheit mit Kartoffeln bepflanzt werden.
  • Die Dürrfleckigkeit ist ebenfalls eine Pilzerkrankung und befällt die Blätter von Kartoffeln und Tomaten. Dabei bilden sich braune Flecken auf der Blattunterseite, die häufig durch gelbe Ränder abgegrenzt sind. Der Pilz kann auch auf die Knollen übergehen. Durch Wind und Regen verbreitet sich dieser und kann auch problemlos den Winter überstehen. Deshalb sollten befallene Blätter umgehend entfernt und am Besten im Restmüll entsorgt werden. Vorbeugend ist auch hier eine gute Belüftung und Abstand zu den einzelnen Kulturen.
  • Die Schwarzbeinigkeit ist ein durch Bakterien verursachtes verfaulen der Stiele. Durch Staunässe wird häufig dieser Befall ausgelöst. Die Stiele verfärben sich schwarz und lassen sich leicht aus der Erde ziehen. Dabei ensteht ein stechender, fauler Geruch, den die Bakterien verursachen. Ernte einbüßen musst Du erst ab einem stärkeren Befall rechnen. Auch hier ist die Bekämpfung eigentlich nicht möglich. Oberstes Gebot ist die Auswahl von resisteten Sorten. Es gibt einige, die auch mit schweren Böden zurecht kommen. Gieße im Sommer wirklich nur bei anhaltender Trockenheit und vermeide in feuchte, schwere Böden Stallmist einzuarbeiten.

Du siehst, es gibt viele verschiedene Erkrankungen. Diese 5 sind die am meisten verbreiteten und unbedingt zu beachtenden Befälle. Achtest Du aber auf einen durchdachten Fruchtwechsel, Mischkultur, kräftige und resistente Sorten, sowie einen guten Standort, wirst Du meistens gute Erfahrungen machen können.

Es gibt so viele schöne Sorten

Meine Sortenempfehlungen

  • Annabelle ist eine festkochende, sehr frühe Sorte. Sie ist oval, mit gelber Schale und gelben Inneren. Aus meiner Erfahrung eignet sie sich auch für schwere Böden und ist dank ihrer relativ kurzen Standzeit nicht allzu anfällig für Pilzerkrankungen.
  • Die Laura ist eine vorwiegend festkochende Kartoffel mit roter Schale. Sie ist eine bekannte Sorte mit leckerem Geschmack. Bei Hobbygärten ist sie relativ beliebt.
  • Die festkochende La Ratte ist eine wunderbare Sorte. Sie gehört zu den Delikatessen, was sie wohl dem nussigen Aroma zu verdanken hat. Zwar bringt sie nicht riesige Erträge, dennoch ist sie eine wahre Bereicherung. Durch ihre Form ist das Schälen sehr mühsam, die Schale kannst Du aber problemlos mitessen.
  • Die Desiree ist ebenfalls eine rotschalige Kartoffel und besticht durch ihre relativ geringe Reifezeit. Auch bei schlechteren Böden bringt sie guten Ertrag

Es gibt noch viele viele Sorten mehr. Und so hast Du die Qual der Wahl. Wenn Du gerade erst in den Anfängen bist und noch nicht so oft Kartoffeln angebaut hast, würde ich Dir gerne zwei Tipps mitgeben: Zum einen frage in Gärtnereien oder bei Landwirten nach, welche Sorten sie regional empfehlen würden. Oft können diese aus ihren Erfahrungen schöpfen und haben über die Jahre ihre besten Sorten rausgepickt. Zum anderen solltest Du anfangs nur wenige verschiedene Sorten ausprobieren, eventuell 2 oder 3, und erstmal sehen wie das alles funktioniert. Ich empfehle auch, erst mal nur frühe Sorten auszuprobieren. Sehr späte Sorten sind oft wegen ihrer höheren Krankeheitsanfälligkeit etwas schwieriger im Anbau.

Ich hoffe, ich konnte dir einige Tipps zum Thema Kartoffeln geben und Dir einen guten Start in Dein Kartoffeljahr ermöglichen. Versuche Dich einfach an Deinen ersten eigenen Kartoffeln und habe viel Spaß! Also an die Kartoffel, fertig, los!

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