Das Arbeiten mit der Natur

– und nicht gegen sie…

So gut, sinnvoll und schön unsere Kulturpflanzen auch sind, so haben sie über die Zeit ihrer Entwicklung doch auch viel an Widerstandskraft gegenüber Schädlinge und Krankheiten eingebüßt. Ja natürlich, es gibt widerstandsfähigere und resistente Sorten, aber auch diese sind immer noch anfällig. Durch Fruchtfolgen, Förderung des Bodens und durch nachhaltigen Umgang mit der Natur kann man sich viele Sorgen sparen – aber eben nicht alle. Der Clou dabei ist aber, dass wenn selbst einmal ein Befall auftritt, dieser in der Regel nicht so gravierend ist, dass die Ernte größere Einbußen aufweist. Das A und O ist eben das Gleichgewicht zwischen Nützlingen und Schädlingen. In einem gesunden System entsteht von ganz alleine dieses natürliche Gleichgewicht. Wenn man aber die unliebsamen Ungeziefer im Garten mittels chemischen Vernichtungsmitteln tötet, wird man auch zwangsläufig die Nützlinge töten oder zumindest abschwächen. So wird es aber bei erneuten Plagen von Ungeziefer keine Gegenspieler mehr geben. Ein Kreislauf, den man dann kaum noch durchbrechen kann.

Aus diesem Grund verzichte ich grundlegend auf chemischen Pflanzenschutz. Es gibt aber kleine Hausmittelchen, die man anwenden kann und welche keine Auswirkungen – oder maximal geringe Auswirkungen – auf die Umwelt oder andere Lebewesen haben. Dazu zählen zB Kernseife, Paraffin oder im biologischen Anbau zugelassene Mittel. Aber egal was es ist, sie sollten nur im äußersten Notfall verwendet werden und nicht prophylaktisch auf die Pflanzen ausgebracht werden.

Was kann man also tun? Eigentlich ganz einfach – Wir versuchen unliebsame Besucher fernzuhalten und Helferlein in den Garten zu locken. Durch natürliche Rückzugsmöglichkeiten, Nahrungsquellen und Diversität wirst Du ohne viel Mühe viele Helferlein in Deinen Garten locken. Auch durch Mischkultur kannst Du einiges bewirken. Welche Nützlinge Du idealerweise in den Garten locken solltest, erfährst Du im nachfolgenden Abschnitt.

8 tolle Helfer im Garten

  • Mischkultur ist eine super Möglichkeit, Schädlinge durch andere Pflanzen zu verwirren oder zu vergrämen. So können Düfte oder pflanzliche Ausscheidungen andere Düfte überdecken und sind so für viele Schädlinge schwerer zu entdecken. Ein klassisches Beispiel ist die Mischkultur zwischen Möhren und Zwiebeln. Zur Mischkultur mit Blumen kannst Du hier schon etwas finden.
  • Bienen sind nicht nur gute Honiglieferanten – wenn sie denn wirtschaftlich gehalten werden – sondern auch mit die wichtigsten Bestäuber im Garten. Dazu zählen natürlich auch alle Wilbienenarten, Hummeln und andere Insekten.
  • Hundertfüßler sind kleine, flinke Jäger. Sie fressen Milben, Wanzen, Larven und Schneckeneier. Die kleinen, lichtscheuen Tierchen leben meist unter Laub, Gehölz und in feuchten Böden. Eine Mulchschicht bietet also guten Lebensraum.
  • Vögel haben meist als Nahrungsgrundlage Insekten und sind somit gute Nützlinge. Natürlich werden sie nicht zwischen Schädlingen und Nützlingen unterscheiden, bilden aber ein gutes Gleichgewicht. Da kann man doch auf die kleinen Schäden verzichten, die Tauben und Amseln gerne anrichten.
  • Frösche und Kröten sind nicht nur nette Gartenbewohner, sondern auch tüchtige Insektenvernichter. Zugegeben – Frösche können so manche Nacht ziemlich nervig sein – dezimieren aber auch eine Vielzahl an Stechmücken und Larven in und am Gewässer. Kröten sind nachtaktiv und brauchen einen feuchten Lebensraum. Sie verdrücken ebenfalls eine Menge Insekten, aber auch Würmer, Spinnen und Schnecken und deren Eier. Frösche und Kröten reagieren besonders empfindlich auf Umweltgifte. Ein naturbelassener Garten und der Verzicht auf Chemie unterstützt sie.
  • Igel sind kleine aber verfressene Stacheltiere. Sie fressen Schnecken, aber auch Würmer und andere Insekten. Da sie sich im Winter in den Winterschlaf begeben, brauchen sie besonders dann Laubhaufen, Strauchhecken oder auch Benjeshecken. Alles was dem Igel Schutz bietet, sollte im Garten einen Platz finden.
  • Schwebfliegen, Florfliegen und Marienkäfer sind allesamt gefräßige Blattlausvernichter. Besonders deren Larven können an einemTag hunderte Läuse verschlingen. Besonders Schwebfliegen lassen sich durch gelbe Blüten in den Garten locken.
  • Maulwürfe lockern den Boden auf und fressen bei ihrer unermüdlichen Grabetätigkeit viele schädliche Bodeninsekten, wie Engerlinge, Drahtwürmer und Raupen, aber auch mal Schnecken und anderes. Da kann man doch über die vielen kleinen Hügel im Garten hinwegsehen – besonders da die hervorgebuddelte Erde super feinkrümelig ist.

Es gibt noch viele weitere nützliche Lebewesen im Garten – alle zusammen in ihrem Wechselspiel tragen zu einem guten Gleichgewicht im Garten. Aber dafür brauchen sie auch eben die Schädlinge, von denen sie sich ernähren. So schließt sich der Kreis, wieso chemische Pflanzenschutzmittel nicht verwendet werden sollten.

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