Kraut- und Braunfäule

Sie ist eine der gefürchtetsten Pflanzenkrankheiten aller Gärtner: die Kraut- und Braunfäule. PhYtophthora infestans heißt dieser Pilz, der Nachtschattengewächse, und vor allem aber Tomaten und Kartoffeln befällt. Wie Du dich ein wenig davor schützen kannst und eventuell einen Befall minimierst, erfährst Du hier.

Phytophthora infestans

Dieser heimtückischen Pilz ist meist schon im Garten vorhanden oder wird durch den Wind in andere Gärten verteilt. Das Gemeine ist: Ist er einmal da, wird man ihn in der Regel nicht mehr los. Er kann einige Zeit im Boden Überdauern und ausbrechen.

Meistens beginnt der Befall im Mai oder Juni. Durch befallene und überwinterte Pflanzenteile (zB Saatkartoffeln, aber auch befallene Boden) werden die Sporen verteilt. Regen, feuchtes und schwüles Wetter, sowie der Wind begünstigen ein schnelles Verbreiten. Bleibt die Feuchtigkeit auf den Blättern der Tomaten oder Kartoffeln lange bestehen, keimen die Sporen und Schäden den Pflanzen.

Die ersten Anzeichen sind bräunliche, nicht abgegrenzte, Flecken auf den Blättern und Stängeln. Schreitet er voran, werden auch Früchte und Knollen befallen. Die Blätter werden schwarz und sterben ab. Die Tomaten werden hart und ungenießbar. Die Kartoffeln verfaulen noch in der Erde.

Kraut- und Braunfäule kann die ganze Ernte in Gefahr bringen

Vorbeugung

Das Beet

Kartoffeln und Tomaten solltest Du nicht nacheinander auf der gleichen Fläche anbauen. Am Besten baust Du sie erst alle vier Jahre wieder auf der gleichen Stelle an. Wenn Du mehr über die Fruchtfolge wissen möchtest, schau doch mal hier. Reichere den Boden gut mit Kompost und Nährstoffen an, damit die Pflanzen gestärkt wachsen können. Achte möglichst darauf, dass keine Pflanzenreste von befallenen Pflanzen im Boden verbleiben. So bleiben möglichst wenig Sporen im Boden, die sich dann ausbreiten können.

Die Pflanzung

Wenn möglich, versuche die Jungpflanzen bei möglichst trockenem Wetter zu setzen. So haben sie schon einen guten Start in die Saison. Mulche den Boden um die Pflanzen herum mit Stroh, Grasschnitt oder ähnlichem ab. Das verhindert, dass Spritzwasser bei Regen oder beim Gießen vom Boden auf die Blätter spritzt und den Pilz verteilt. Setze die einzelnen Pflanzen und Reihen soweit auseinander, dass sie schnell genug abtrocknen können und sich nicht gegenseitig berühren. So verhinderst Du bei anhaltender Feuchtigkeit, dass sich der Pilz nicht übermäßig ausbreitet.

Anhaltende Feuchtigkeit bietet dem Pilz ein gutes Milieu
Pflege

Eine gute Pflege ist das A und O, wenn es um Pilzerkrankungen geht. Mit das wichtigste ist es, die Pflanze gesund zu erhalten. Dazu gehört es zum Einen, den Pflanzen ausreichend Nährstoffe zu geben. Denn je kräftiger sie ist, desto besser kann sie einen Befall wegstecken. Zum anderen ist besonders bei Tomaten wichtig, an der Pflanze selbst Pflegemaßnahmen durchzuführen. Dazu zählt das sogenannte „Ausgeizen“. Hierbei werden alle Geiztriebe (Triebe in den Blattachsen) entfernt. So bleibt die Tomate immer schön luftig und die Feuchtigkeit kann abtrocknen. Es empfiehlt sich ebenfalls, wenn die ersten Blüten erscheinen, bis zum Blütentrieb die Blätter von unten ausgehend zu entfernen. So können die Blätter nicht so schnell vom Boden aus befallen werden. Bei Freilandtomaten ist ein luftiger Standort besonders wichtig. Idealerweise kannst Du noch ein kleines Tomatendach bauen, um die Tomaten vor Regen zu schützen. Im Gewächshaus sollten immer Türen und Fenster geöffnet sein, damit sich keine Feuchtigkeit im Gewächshaus bildet.

Abwehrende Hausmittel

Vorbeugend können die Pflanzen mit verschiedenen Hausmitteln behandelt werden. Dazu zählt zum Beispiel ein Zwiebel- oder Knoblauchsud, Schachtelhalmtee, Milch-Wassergemisch oder ähnliches. Viele habe ich schon ausprobiert und kann zumindest definitiv eine Stärkung der Blätter und ein Verzögern des Befalls hervorbringen. Ein Verhindern oder ein „Eliminieren“ des Pilzes ist aber nicht möglich. Ein zweiwöchentliches Behandeln der ganzen Pflanze, auch der Blattunterseite, ist zu empfehlen. Wenn Du das Mittel gelegentlich wechselt, schadet es nicht.

Aus dem Knoblauch einen Sud angesetzt und auf die Pflanzen gesprüht, hilft gegen den Pilz

Was tun bei Befall

Früher oder später wird die Kraut-und Braunfäule in Deinem Garten um sich greifen. Um einige Pflanzen vor dem Totalausfall zu schützen, ist es wichtig die Pflanzen regelmäßig zu kontrollieren. Bei Kartoffeln sollte man allerdings bei stärkerem Befall die Knollen ernten, bevor die Fäule auch diese befällt. Bei Tomaten sieht es schon anders aus. Hier solltest Du schnellstmöglich alle kranke Teile von den Pflanzen entfernen. Am Besten direkt in einen Beutel geben und im Restmüll entsorgen. Niemals auf dem Beet liegen lassen oder auf den Kompost geben. Die Sporen kontaminieren sonst Deinen Gartenboden weiter. Im Notfall entferne lieber eine ganze Pflanze, um die anderen zu schützen. Auch die schon genannten Tees und Jauchen können jetzt noch helfen.

Manchmal ist es echt ärgerlich, wenn die Kraut-und Braunfäule sich erstmal ausgebreitet hat. Mir ist es auch schon passiert, dass fast meine ganze Tomatenernte durch den Pilz zerstört wurde. Wenn man allerdings, so wie ich es aus Überzeugung handhabe, auf chemische Hilfsmittel verzichtet, kann das mal passieren. Die Gefahr minimiert man aber durch die oben genannten Tricks.

Ein wenig kannst Du aber trotzdem noch tricksen. Denn es gibt „resistente“ Sorten. Auch wenn es etwas irreführend ist, ist es leider nicht so, dass sie keine Kraut- und Braunfäule bekommen können. Es heißt nur, dass diese Sorten weniger anfällig sind, den Pilz besser wegstecken können und unter feuchteren Bedingungen nicht so schnell schlapp machen. Baust Du solche Sorten an, kannst Du auch im Freiland und in schlechteren Jahren noch auf eine gute Ernte hoffen. Zu den resistenten Sorten gehören die ganzen Wildtomaten, Goldene Königin, Martina, De Berao und nach meiner Erfahrung Wladiwostok und die Black Cherry.

Frei und luftig – so trocknen sie schnell ab

Wenn Du also diese Tipps beachtest, kannst Du vielleicht Deine jetzige Saison noch retten oder zumindest mit ein paar Tricks in der Hinterhand die nächste Saison bestmöglich starten. Trotzdem gib nicht auf, wenn Du mal keine Ernte einfahren kannst. Das gehört dazu und Du kannst nur für das nächste Jahr daraus lernen.

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