No Dig Methode – Bodenleben nachhaltig verbessern

Gesunde, kräftige und vitale Pflanzen – das ist doch jeden Gärtners Ziel. Wir hegen und pflegen unsere Schützlinge, graben jeden Winter unsere Beete um, versuchen unsere Beete möglichst rein von Unkräutern zu halten und mischen uns regelmäßig „Hexengebräue“ zusammen, damit es den Pflanzen gut geht. Jahr für Jahr verbringen wir damit unendlich viel Zeit und Mühen, ärgern uns vielleicht darüber, wie unglaublich anstrengend das alles ist und das Ziel – gesunde und vitale Pflanzen – einfach nicht näher rückt. Doch vielleicht liegt es gar nicht an uns, sondern hauptsächlich an der Methode, wie wir unseren Boden bearbeiten und unser Bodenleben verbessern. Jetzt fragst Du Dich wahrscheinlich, wie das alles funktionieren soll. Keine Angst! In diesem Artikel werde ich Dir allerhand Tipps und Tricks über das erfolgreiche Gärtnern mit der No Dig Methode erklären.

Ein No Dig Beet anlegen

Wenn Du Dich dafür entschieden hast, Dein Beet nach der No Dig Methode anzulegen, bist Du hier also genau richtig. Eigentlich ist es ganz einfach. Du brauchst je nach Boden nur ein paar grundlegende Dinge. Dazu zählt in erster Linie Kompost als Mulchmaterial. Das ist die Grundlage der No Dig Methode. Grundsätzlich soll ja bei der Nod Dig Methode nicht umgebgraben werden, weshalb der Boden mit einer Mulchschicht abgedeckt wir und somit das Wachstum der nicht erwünschten Pflanzen unterdrückt. Die Bodenlebewesen wandern schon nach kurzer Zeit in die oberen Erdschichten und zersetzen die absterbenden Pflanzen. Die Ausscheidungsprodukte der Bodenlebewesen verbessern damit den Boden relativ schnell. Der Boden wird strukturierter, durchlässig und humusreicher. Pflanzen die in der oberen Mulchschicht gesetzt wurden, können mit ihren Wurzeln in den nun duchlässigen und wasserspeichernden Boden wachsen und sich somit ausreichend versorgen. Wie also startest Du nun damit? Hast Du schon ein altes Beet, was Du nur noch aufbessern möchtest, kannst Du einfach eine dicke Mulchschicht auf den Boden aufbringen. Diese sollte ungefähr 6 bis 8cm stark sein. Bei ganz neuen Beeten würde ich noch ein oder zwei Schritte davor erledigen. Gerade bei schweren Böden ist es manchmal sinnvoll, von der „Nicht Umgraben Theorie“ erstmal abzuweichen, um einen guten Boden als Unterlage zu schaffen. Aus diesem Grund würde ich schwere und undurchlässige Böden zuerst umgraben bzw. bei größeren Flächen umpflügen und fein zerkleinern. Darauf legst Du entsprechend Deiner Beetgröße Pappe aus. Hier eignet sich vor allem eine Breite von 75cm bis maximal 1m, damit Du später von beiden Seiten gut arbeiten kannst. Sollte der Boden nach dem Bearbeiten schon stark ausgetrocknet sein, empfiehlt es sich hier ihn nochmal gut zu wässern, damit der meist trockene Kompost den Boden nicht weiter austrocknen kann. Jetzt bringst Du den Kompost auf der Pappe aus. Hier solltest Du auch wieder mindestens 6 cm auftragen. Am Besten wässerst Du den aufgetragenen Kompost ebenfalls noch einmal reichlich, bevor Du Deine Pflänzchen hineinsetzt. Ab jetzt kannst Du wie gewohnt weiter arbeiten, beachte dabei allerdings die folgenden Tipps im nächsten Absatz.

Das No Dig Beet pflegen

Auch das No Dig Beet benötigt im Jahresverlauf ein bisschen Pflege. Aber mit ein bisschen Planung kann man sich einiges an Arbeit sparen.

  • Lockere das Beet vor dem Bepflanzen einmal tiefgründig, allerdings immer ohne die Erdschichten umzudrehen. Benutze dafür am Besten eine Grabegabel, mit der Du tief in die Erde sticht und sie dann einmal leicht nach vorne und hinten bewegst. So arbeitest Du Dich einmal durch das ganze Beet. Der Boden wird dadurch belüftet und kann Wasser besser aufnehmen.
  • Pflanze oder sähe relativ dicht. Oft können angegebene Abstände etwas verringert werden. Dadurch erreichst Du einen besseren und schnelleren Lückenschluss, sodass der Boden nicht so schnell austrocknet bzw verunkrauten kann. Es gibt schon einige Tabellen im Internet, wo Du Pflanzabstände und Reihenmaße herausnehmen kannst.
  • Bedecke unbespflanzte Bereiche möglichst immer! Dafür kannst Du Mulchmaterialien verwenden. Bleiben größere Flächen unebpflanzt, kannst Du diese Bereiche auch mit Plane oder Unkraut Vlies abdecken. Wichtig ist eben, dass der Boden nicht vom Regen ausgeschwemmt oder verdichtet wird. Außerdem hat es das Unkraut wesentlich schwieriger als bei freien Flächen.
  • Füttere Deinen Boden regelmäßig! Zu den wichtigsten Dingen gehört das Einbringen von gutem Material in den Boden – sprich Kompost. Denn Kompost bietet ein ausgeglichenes Verhältnis an Nährstoffen und führt Deinem Bodem sogar noch Mikroorganismen hinzu. In der Regel reicht eine Kompostgabe einmal im Jahr. Sinnvoll sind ca. 10L auf einen m². Dieser wird nur in den oberen 5 cm eingearbeitet. Pflanzt Du Starkzehrer wie Tomaten, Gurken oder Kürbisse, kannst Du ein oder zwei Hände Kompost mit in das Pflanzloch geben.

Wie Du siehst, ist es gar nicht so schwer, ein No Dig Beet anzulegen. Wenn Du die obigen beherzigst, wirst Du in Null Komma Nichts wunderschöne und nachhaltige Beete haben. Bereits nach dem ersten Jahr wirst Du eine spürbare Veränderung erkennen. Der Boden wird luftiger und lockerer – Wasser dringt besser ein. Durch das nachhaltige Bodenmanagement wird nicht einfach nur die Pflanze ernährt, sondern der Boden! So sind die Nährstoffe besser eingebunden und werden nach und nach, bei Bedarf, abgegeben. Wie Du siehst gibt es viele gute Aspekte, weshalb Du unbedingt nach der No Dig Methode arbeiten solltest. Also ran an Pappe, Kompost, Schaufel und Co!

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