Die Vision vom plastikfreien Haushalt: Gut oder einfach gut gemeint?

Microplastik, Berge von verpackungsmüll und die Folgen sind in aller munde. Auch wenn die aktuelle Pandemie viele andere Probleme in den Hintergrund drängt, ist und sollte dieses Problem nicht vergessen werden. Schließlich betrifft es uns alle.

Die Idee für diesen Beitrag ist durch eine Folge eines Podcast entstanden und an diese angelegt. Diese Folge hat mich noch einmal zum Nachdenken gebracht und so möchte ich meine Gedanken mit Euch teilen. Denn, wie so vieles im Leben hat, auch Plastik beziehungsweise „Plastikfreiheit“ ein Stück mit Selbstversorgung zu tun. Welche Podcastfolge hat mich also zu diesem Beitrag gebracht? Hierbei dreht es sich um den Podcast Einfach Hausgemacht mit der Folge Die Vision vom plastikfreien Haushalt: Gut oder einfach nur gut gemeint. Gast dieser Folge ist Nadine Schubert, welche auch auf ihrem eigenen Blog – Besser leben ohne Plastik – viele hilfreiche Tipps gibt. Am Ende der Seite findest Du die passende Podcastfolge.

Plastik und Selbstversorgung

Wahrscheinlich fragst Du Dich, was Selbstversorgung mit dem Plastikproblem zu tun hat. Wenn Du aber einmal durch Deinen Selbstversorgeralltag denkst, wirst Du feststellen, wieviel Plastik uns doch umgibt. Anzugtöpfe, Schildchen, Verpackungen und Tüten – überall ist es vorhanden. Und gerade im Garten geht schnell etwas kaputt. Dann verteilen sich immer mehr kleine Plastikteilchen im Garten, speziell oft im Boden und Kompost. Und dies muss ja nicht unbedingt sein. Aber Du musst den Kopf nicht in den Sand stecken. Es gibt Mittel und Wege, den Plastikverbrauch im Garten und allem drum und dran zu minimieren. Also lass uns mit meinen Top 3 loslegen!

Übrigens: Auch ich bin kein Profi und wahrscheinlich weit entfernt vom perfekten plastikfreien Leben. Aber das ist auch total okay so. Es geht ja darum, daß was einem möglich ist, umzusetzen und sein Bestes zu geben. Und das am Besten eben Schritt für Schritt. Du musst nicht alles auf einmal umkrempeln – denn das geht meistens nach hinten los! Vielleicht versuchst Du einfach ein oder zwei Tipps, die ich Dir hier vorstelle, umzusetzen und schaust einfach, wie es für Dich funktioniert. Ich drücke Dir die Daumen!

Plastik gehört nicht in die Biotonne

Jeder kennt es, kaum einer macht es. Müll richtig zu trennen ist auch hier in Deutschland noch ein großes Problem. In diesem Fall geht es speziell um Bioabfälle in der Biotonne und auf dem Kompost. Denn immer wieder landen nicht kompostierbare Bestandteile in unseren Sammelbehältern. Vorreiter sind hier Tüten und Netze, Aufkleber und sogenannte „kompostierbare“ Tüten. Speziell diese können zwar umgesetzt werden, brauchen aber viel zu lange, um in den Anlagen umgesetzt zu werden.

Das Problem zeigt sich dann spätestens bei der Sortierung des Abfalls. Alle nicht kompostierbaren Materialien müssen herausgesammelt werde – das passiert oft in mühevoller Handarbeit. Und trotzdem bleiben immer noch Reste zurück, die dann in Form von kleinen Stücken und noch kleineren Stückchen auf unseren Äckern und Beeten landen. Aber genau das wollen wir ja nicht. Was darfst Du also nicht in die Biotonne werfen:

  • Plastiktüten und Netze
  • „kompostierbare“ Tüten
  • Schilder aus Plastik
  • Blumentöpfe und Schalen
  • Stoffreste
  • Windeln
  • Kot und tierische Abfälle
  • Essensreste etc
  • Kranke und befallene Pflanzenteile möglichst im Restmüll entsorgen

Natürlich kannst Du trotzdem noch einiges in die Biotonne beziehungsweise den Kompost geben:

  • Pflanzenreste und ungekochte Küchenabfälle
  • Teebeutel und Kaffeesatz
  • Eierschalen
  • Zeitungspapier, zerkleinerte Pappe und Eierkartons
  • Gehölzschnitt und Rasenschnitt
  • Laub und alte Topferde
  • Mist in kleine Mengen
  • Schalen von Bananen und Zitrusfrüchte, wenn ungespritzt

Alte Plastikprodukte nicht einfach wegwerfen

Wahrscheinlich hast Du, wie jeder andere auch, immer noch einige Produkte aus Plastik in Deinem Haushalt. Und das ist gar nicht schlimm. Ziel ist es ja nicht, von heute auf morgen plötzlich plastikfrei zu werden. Schau einfach nach, was Du noch an vorhandenen Produkten hast. Was ist noch ganz? Was brauchst Du noch? Sortiere also aus, was noch ganz ist und was Du nicht mehr benötigst. Alles was noch funktionsfähig ist, solltest Du noch so lange verwenden, wie es geht. Vorhandene Produkte wie Kosmetik und Putzmittel kannst Du noch aufbrauchen. Es ist ja nicht Sinn und Zweck, die Sachen unnötig zu entsorgen. Alles was Du nicht mehr brauchst, kannst Du auch wunderbar verschenken oder verkaufen. Es gibt bestimmt jemanden, der sich darüber freut. Nach und nach kannst Du die Plastikprodukte durch Alternativen ersetzen. So kannst Du nach und nach den Umstieg schaffen.

Selber herstellen

Ein effektiver Weg um Plastik zu sparen ist, einige Dinge in Deinem Alltag selber herzustellen. Denn ein großer Anteil unseres Plastikmülls wird durch Verpackungen produziert. Natürlich lässt sich nicht alles selbst herstellen – der Aufwand ist manchmal einfach zu groß oder es ist zu schwierig. Aber hier zählt jeder kleine Schritt. Wir als Selbstversorger kennen natürlich schon einige Wege, etwas selbst herzustellen. Ob es das Einkochen, Trocknen oder der Erdkeller ist, wir stellen viele Dinge selber her und das in aller Regel mit keinem oder sehr wenig Plastik. Aber es kann noch über die Lebensmittel hinaus gehen. Hast Du vielleicht schonmal ein Putz- oder Waschmittel selbst hergestellt? Oder Kosmetik? Vieles ist gar nicht so schwer. Hier findest Du zum Beispiel eine Anleitung für selbstgemachtes Waschmittel. Und natürlich gibt es noch mehr. Schau Dich einfach mal um und Du wirst sehen, wieviel Spaß es machen kann!

Noch ein kurzes Nachwort

Ich weiß, es ist nicht einfach. Und nicht jeder kann alles umsetzen – schon gar nicht auf einmal. Und das musst Du auch nicht. Bei der ganzen Sache geht es erstmal primär ums Anfangen. Keiner muss von heute auf morgen ein „Plastikprofi“ werden. Aber wenn jeder einen kleinen Teil beiträgt, ist schon viel getan. Und wenn es nur das unverpackte Gemüse im Supermarkt ist, die eigenen mitgebrachten Dosen für Käse und Wurst, Stoffbeutel und Gasflaschen oder der Einkauf in Unverpacktläden. einfach ganz nach dem Motto: Jeder Schritt bringt einen zum Ziel. Du musst nur losgehen!

Der Podcast zum Thema

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