Wasser marsch!

Kein regen, Hitze und das über mehrere Wochen – die letzten Jahre war es sehr sehr trocken. Und Das kann ein großes Problem werden. Spätestens wenn die Regenwasservorräte zu neige gehen und viele das Trinkwassernetzwerk anzapfen sollte ein umdenken passieren. Doch wie kannst du Wasser sparen und nachhaltig sammeln? Das und interessante Infos erfährst Du hier.

Die schlimmste Dürre – oder etwa doch nicht?

Viele sagen, die letzten 5 Jahre seien die Trockensten Sommer seit mehreren hundert Jahren und die daraus resultierende Dürre extrem. Doch gibt es Nachweise für diese Behauptungen, oder ist es doch gar nicht so schlimm? Fakt ist nunmal, dass Europa immer wieder von Dürren geplagt wurde und das eigentlich gar nicht so selten. Einfach gesagt, wird die Intensität der Dürre durch die Niederschlagsmenge, die Bodenfeuchtigkeit und die wahrscheinliche Verdunstung bestimmt. Diese Faktoren kann man anhand von Wachstumsringen an Bäumen relativ genau auswerten und so auf Dürren schließen. Dafür müsste allerdings ein große flächendeckende Studie ausgewertet werden. Nach meinem aktuellen Stand gibt es eine solche noch nicht. Dennoch gibt es fundierte Studien, die allerdings konträre Antworten geben. Wahrscheinlich ist dies aber auf die wenig flächendeckende Untersuchung zurückzuführen. Wer sich für diese beiden Studien interessiert, kann sie nachlesen. Dort haben Ulf Büntgen, University of Cambridge, und Monica Ionita, Alfred – Wegener Institut, zu diesem Thema geforscht.

Aufgrund dieser Untersuchungen und verschiedenen historischen Recherchen in alten Aufzeichnungen konnten in den vergangenen 2000 Jahren folgende Dürren ermittelt werden: So gab es im Mittelalter in den Jahren 1000-1200 eine längere Dürreperiode, die fast ganz Nord- und Mitteleuropa überstreckte. Gefolgt von einem extremen Dürreereignis im Jahr 1540. Aufzeichnungen und Zeitzeugenberichten zufolge fiel in diesem Jahr, in einen einem Zeitraum von 11 Monaten, fast kein Tropfen Regen. Betroffen waren vorallem Mittel- und Südeuropa. Infolgedessen starben schätzungsweise eine halbe Millionen Menschen. Seit den 50er Jahren gab es auch immer wieder Dürrejahre, besonders gehäuft ab 2010. War es in Nord- und Osteuropa sehr heiß und trocken, gab es wiederum in Mittel- und Südeuropa tendenziell feuchtere Jahre. In den letzten Jahren, wenn es in Mittel- und Südeuropa sehr heiß und trocken war, konnte vor allem Osteuropa viel Regen verzeichnen.

Ob es jetzt einen generellen Trend zu mehr Trockenheit und Hitze gibt, kann man nicht genau sagen. Es gibt zwar eine Tendenz zu wärmeren Sommern, allerdings sind die aktuellen Dürren noch nicht sehr gravierend. In die Zukunft gesehen wird die weltweite Klimaerwärmung allerdings ihren Beitrag zu heißeren und trockeneren Sommern leisten. Es wird mehr gravierende Wetterumschwünge geben und wir müssen damit arbeiten. Denn egal wie es ist, aufhalten lässt sich das Wetter nicht. Aber wir können Vorkehrungen treffen, damit auch noch unsere Enkel erfolgreich Gärtnern können. Was Du also tun kannst, wenn es wieder zu trockenen Perioden kommt, erzähle ich Dir jetzt.

Mulchen, mulchen, mulchen

Der einfachste und direkteste Schritt ist es, Deine Beete und Flächen zu mulchen. Nichts ist schlimmer, als karger und nackter Boden. Dieser trocknet schon bei geringen Temperaturen und etwas Wind schnell oberirdischen ab und verkrustet. Regen kann leicht Nährstoffe auswaschen, Bodenlebewesen wird ihre Nahrungsgrundlage genommen. Deshalb solltest Du wann immer es geht, alles abdecken. Ob mit verschiedenen Mulchmaterialien, Folien oder direkt bepflanzt. Denn das hat ganz einfache Vorteile: Der Boden ist abgedeckt und wird geschützt. Natürliche Materialien verrotten dabei und geben so Nährstoffe ab. Wasser verdunstet viel langsamer und Du musst weniger gießen. Wenn Du mehr darüber lesen möchtest, kannst Du hier in meinem anderen Beitrag nachsehen.

Regenwasser sammeln

Wenn etwas rar ist, muss man es sammeln. Das gilt auch für das kostbare Gut Wasser. Besonders lange trockene und heiße Phasen bedürfen einer guten Planung. Und das schon, bevor sie eintrifft. Das heißt, Du solltest bereits im Frühjahr, wenn die schlimmsten Fröste vorbei sind, Wasser in ausreichenden Mengen zu sammeln. Besonders geeignet und relativ preiswert sind dafür Fässer, IBC-Tanks und Wannen. Wer etwas mehr ausgeben möchte, kann eine Zysterne in den Gartenboden einlassen. Diese gibt es in verschiedenen Dimensionen und Ausführungen. Der Vorteil ist hier, dass sie einmal in der Erde verbaut ,optisch nicht mehr stören. Längerfristig ist ein Regenwasserteich eine schöne Lösung. Wenn Du über ausreichend Platz verfügst, kannst Du dieses kleine Biotop in Deinem Garten platzieren. Aber vielleicht bist Du auch einfach etwas erfinderisch. Eine alte Badewanne oder ein Pool – was auch immer es ist – alles kann hilfreich sein. Und wenn Du es optisch passend in Deinem Garten arrangiert, ist es oft gar nicht so störend. Du solltest allerdings immer bei offenen Behältnissen einige Äste oder Bretter hineinlegen, damit Tiere, die in das Wasser hineinfallen, wieder heraus können.

Richtig gießen und Pflanzen erziehen

Wasser sparst und sammelst Du nicht nur durch das Ansammeln, sondern auch durch den Umgang damit. Das heißt für Dich, dass Du mit dem richtigen Gießsystem viel Wasser sparen kannst. Und so kannst Du Deine Pflanzen auch ganz nebenbei erziehen. Du fragst Dich, wie man Pflanzen erziehen kann? Das geht ganz einfach! Aber fangen wir von vorne an. In der Regel gehst Du wahrscheinlich folgendermaßen zu: Nach dem Pflanzen gießt Du wahrscheinlich Deine Pflanzen gut an und achtest immer darauf, dass die Erde schön feucht bleibt. Bei warmen und trockenen Wetter gießt du wahrscheinlich jeden Tag. In dem Glauben, den Pflanzen etwas Gutes zu tun. Doch genau da liegt der Fehler. Unsere Idee, die Pflanzen zu „verhätscheln und zu betätscheln“ ist nicht gut für sie, es kann sie sogar kränklich machen. Nun gut, wenn ich schon sage, dass es nicht die beste Idee, dann sollte ich auch die Alternative erklären.

Natürlich solltest Du frisch gesetzte Pflanzen immer gut angießen, damit die Wurzeln angeschwemmt werden und die Pflanzen einen guten Start haben. Doch danach solltest Du mit dem Wasser etwas „sparen“. Am Besten mulchst Du danach dein Beet. So verdunstet das Wasser nicht so schnell. Der nächste Schritt ist einfach: Warten. Du musst jetzt erstmal nicht weiter gießen. Beobachte erstmal, wie lange die Erde noch feucht bleibt. Wenn sie langsam abtrocknet, kannst Du wieder gießen. Und diesmal einmal kräftig. Und dann wartest Du erstmal. Ist die Jungpflanzen gut angewachsen, kannst Du auch noch etwas längere Gießpausen machen. Die meisten Pflanzen zeigen Dir ganz deutlich an, ob sie Wasser benötigen. Und sie vertragen es auch. Aber spätestens wenn sie die Blätter hängen lassen, solltest Du sie wieder kräftig gießen. Pflanzen wie Tomaten, Paprika und Co, aber auch das meiste andere Gemüse, vertragen das sehr gut. Doch was bringt Dir und Deinen Pflanzen dieses ganze Prozedere? Eigentlich ist es ganz einfach: Beim Gießen gilt nämlich, so viel wie nötig, so wenig wie möglich. Dadurch bilden die Pflanzen mehr Wurzeln aus, die tiefer in den Boden reichen. So bleibt die Pflanze auch bei größerer Hitze und Trockenheit länger gesund ud fit. Also gleich mehrere Vorteile für Dich: Weniger Arbeit, gesündere Pflanzen und mehr Ertrag!

Wenn Du also das alles beachtest, kannst Du auch in heißen und trockenen Jahren viel Wasser sparen, vorallem die Ressource Trinkwasser. Du musst ja nicht alles auf einmal umsetzten, versuche doch einfach erstmal, so viel wie Du kannst umzusetzen. Also worauf wartest Du noch, an die Gießkanne, fertig, los!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.