Vögel im Winter füttern

Wie Du die Vögel in deiner Umgebung sinnvoll fütterst und Meisenknödel und Co selber herstellen kannst!

Gerade jetzt bei diesen eisigen Temperaturen draußen, ist es sinnvoll den Vögeln ein wenig Unterstützung anzubieten. Jetzt spät im Winter gibt es kaum noch Beeren, Früchte oder Nüsse, die vom Herbst übrig geblieben sind. Kommt noch Schnee und strenger Frost hinzu, wird es immer schwieriger Futter zu finden – in vielen kargen Gärten schon weitaus früher. Da ist es kein Wunder, wenn besonders die kleinen Vögel an ihren Reserven knabbern. Trotz ihrer nur geringen Größe benötigen sie verhältnismäßig viel Futter. Sie können zwar ihren Körper mit ihrem aufgeplusterten Federkleid schützen, Futtersuche und das stetige Wärmen verbraucht viel Energie. Also werde ich Dir hier erzählen, was Du alles für Deine tierischen Mitbewohner Gutes tun kannst!

Ein eeinfaches Futterhaus

Noch etwas wichtiges vorab

Unsere kleinen Vogelfreunde gewöhnen sich recht schnell an das gebotene Futter. Wenn sie erstmal das Futter gefunden haben, suchen sie regelmäßig die Stellen auf und warten regelrecht auf frische Futtergaben. Am Besten ist es natürlich, im Spätherbst und den ersten Nachtfrösten, bereits an einigen Stellen Futter zu verteilen. So gewöhnen die Vögel sich schon an ihre neuen Futterstellen und können im Winter darauf zurück greifen. Aber auch, wenn das Wetter besser wird und der Frühling erwacht, sollte nicht sofort aufgehört werden. Denn draußen in der Natur ist dann immer noch wenig Futter zu finden und manche Nächte können noch ziemlich kalt werden. In der Regel kann Ende April die Futtergabe gänzlich eingestellt werden. Hier gibt es allerdings verschiedene Meinungen zu. Manche sind wirklich nur für die Winterfütterungen, andere füttern das ganze Jahr über. Notwendig ist eine Sommerfütterung allerdings nicht immer. In einem gut bestückten Garten, mit viel Pflanzenauswahl, Hecken, Bäumen und Sträuchern, finden die meisten Vögel ausreichend Nahrung. Hier kannst Du schon bei der Gestaltung auf insekten-und vogelfreundliche Pflanzen achten. Wenn Deine Umgebung nicht allzu viel bietet, kann es also sinnvoll sein, auch im Sommer verschiedene Futterstellen zu bedienen.

Welche Vögel sind in meinem Garten?

Bevor Du nun das Futtersortiment bei diversen Anbietern durchforstest, solltest Du Dir ein für ein paar Momente die tierischen Mitbewohner im Garten ansehen. Denn um optimal zu füttern, kann es schon sinnvoll sein zu wissen, welche Vogelarten in Deinem Garten leben. Generell kann man dabei zwischen Körnerfressern und Weichfutterfressern unterscheiden. Die Körnerfressern mögen Erdnüsse, Kerne und kommen auch mit etwas größerem Körnerfutter gut zurecht. Zu den Körnerfressern zählen zB Meisen, Finken und Sperlinge. Die Weichfutterfresser lieben Rosinen, Früchte, Haferflocken, Kleie und kleinere Körner. Dazu gehören beispielsweise Drosseln, Rotkehlchen, Amseln und der Zaunkönig. Beobachte auch, wo sich die einzelnen Vögel gerne aufhalten oder nach Futter suchen. Denn damit sind wir schon beim nächsten Thema: Wo und wie füttere ich am Besten?

Ein Futtersilo ist eine Möglichkeit sauberes Futter anzubieten





Wo und wie Vögel füttern

Jede Vogelart hat verschiedene Vorlieben an welchen Orten und unter welchen Bedingungen sie gerne fressen. Hier kann man sich gut an den natürlichen Verhaltensweisen orientieren. Manche Arten fressen sehr gerne hängend in Büschen, andere picken mit Vorliebe an Baumrinden und Stämmen. Wieder andere fressen gerne am Boden oder auf leicht erhöhten Stellen. Dementsprechend sollte auch nach diesen Bedürfnissen verschiedene Stellen angeboten werden. Dabei kann auf viele Angebote in den Märkten zurückgegriffen werden. Hier sollte allerdings nicht nur auf die Optik geschaut werden, sondern besonders Funktionalität und Nutzen beachtet werden. Im nächsten Abschnitt schreibe ich mehr dazu. Einfache Knödel oder aufgehängte Tontöpfe, Tassen und Formen können genauso verwendet werden. Diese lassen sich prima selbst herstellen. Futter kann auch an geschützten Stellen gestreut oder in gebundener Form an Stämme geschmiert werden. Wichtig ist in allen Fällen, dass Räuber nicht direkt an die Futterstellen gelangen können und/oder die Vögel schnell eine geschützte Stelle erreichen können.

Welche Futterhäuser und Co sind geignet

Auf dem Markt gibt es unmengen an verschiedenen Futterhäusern, Futtersilos oder Spendern – ob hängend im Baum, an der Wand oder auf einem Ständer. Es gibt viele viele Arten, die mal mehr oder weniger gut sind. Die Preisspanne ist riesig – die Qualität teilt sich aber ebenso. Worauf muss man also achten? Bei allen Arten sollte man darauf achten, dass sie – egal wo angebracht – vor Raubtieren bestmöglich geschützt sind und auch nicht umfallen oder herabstürzen können. Ganz wichtig ist auch die Hygiene. Jede Futterstelle sollte regelmäßig gereinigt werden. Kot, Federn und Dreck sollten möglichst täglich beseitigt werden. Besonders bei Streufutterstellen ist peinlichst auf Sauberkeit zu achten. Gut sind Futterhäuschen, die eine herausnehmbare Schale oder ein Schiebeblech haben. Diese können dann regelmäßig mit heißem Wasser und zB einem Schuss Essig gereinigt werden. Altes, eventuell schimmliges oder nasses Futter konsequent entfernen und wieder neues geben. Hier verbreiteten sich Schnell gefährliche Pilzsporen oder Bakterien, die den Vögeln oft Schwierigkeiten bereiten. Das Futterhäuser oder Futtersilos sollte also am Besten ein ausreichend großes Dach besitzen. Bei transportablen Futterspendern oder einzelnen Knödeln, Stangen oder Ringen ist es sinnvoll, verschiedene Äste im direkten Umfeld zu nutzen. Die Futterstelle sollte generell gut anfliegbar sein und am Besten ein paar Sitzmöglichkeiten bieten. Viele Vögel haben es so leichter, an das Futter zu gelangen. Als letzten wichtigen Punkt sollte Deine neue Futterstelle groß genug sein. Ist sie zu klein, gibt es oft unnötige Reibereien zwischen den Vögeln oder bestimmte Arten vertreiben immer andere. So hast Du auch die Möglichkeit, verschiedene Vogelarten gleichzeitig zu beobachten. Eine weitere Alternative ist, mehrere Stationen anzubieten, sodass die Vögel parallel fressen können.

DIY – Meisenknödel selbst herstellen

Es mussen nicht immer gekaufte Fertigprodukte sein. Viele angebotene Produkte kannst Du ganz einfach mit ein bisschen Geschick selbst herstellen. So zum Beispiel auch die bekannten Meisenknödel. Hier erkläre ich Dir die Variante mit Fett als Basis. Übrigens: Du kannst die überschüssigen Knödel auch einige Zeit kühl und dunkel lagern, oder sogar für die nächste Saison einfrieren! Dafür brauchst Du folgende Sachen (ca. 8 Knödel):

  • ca 300 g Fett (Rindertalg, Pflanzenfett oder ähnliches, es sollte bei ca +10 Grad relativ fest bleiben)
  • ca 300 g Körnermischung (nach belieben mischen)
  • 8 Kordelstücke von ca 30 cm Länge (Hanfkordel etc)
  • Topf, Rührlöffel und ein Blech zum Ausbreiten der Masse
Meisenknödel
  1. Erhitzte zuerst das Fett in dem Topf, bis es aufgeschmolzen ist. Achtung: Nicht zum sie den bringen! Verletzungsgefahr!
  2. Nimm den Topf vom Herd und füge die Körnermischung hinzu. Einmal gut umrühren und Abkühlen lassen. Je nach Temperatur kann das etwas dauern. Bei kühlen Außentemperaturen kannst Du den Prozess beschleunigen, wenn Du den Topf kurz nach draußen stellst.
  3. Bereite die Kordeln vor und knote an einem Ende jeweils eine Schlaufe. Diese dient zur Befestigung am Knödel.
  4. Wenn die Masse etwas abgekühlt ist, verteile sie gleichmäßig auf dem Blech und lege die Kordeln mit dem Schlaufenende auf die Masse. Jetzt kannst Du die Masse in 8 gleiche Teile einteilen.
  5. Bevor die Masse fast erkaltet ist, jeweils einen Teil über den Knoten klappen und zu einer Kugel formen. Die Handwärme reicht aus, um schöne Kugeln zu gestalten.
  6. Die Kugeln noch eine gute Stunde gänzlich auskühlen lassen dann kannst Du sie schon an Deine gewählten Plätze hängen.

Ich hoffe ich konnte Dir einige gute Tipps geben, wie Du an die Winterfütterung herangehen kannst. Wenn Du Dich an ein paar Regeln hältst, ist es eigentlich ganz einfach. Versuche es in kleinen Schritten, Du musst ja nicht alles auf einmal und selber machen.

Und natürlich wie immer: Ich freue mich auf Eure Kommentare, weiteren Tipps und Ideen. Hinterlasst doch gerne ein Kommentar hier unten oder schreibt mir per Mail, wie Ihr zum Thema Vögelfütterung steht.

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