Den Boden im Garten nachhaltig füttern

Oder wie dein Boden jedes Jahr etwas besser wird

Idealerweise hast Du Deinen Garten schon im Herbst des Vorjahres grob vorbereitet. Zumindest die Beetflächen eingeteilt, die Grasnarbe eventuell entfernt und den Boden gelockert. Bei Bedarf kannst Du den Boden auch pflügen oder umspaten. Auch wenn es nicht unbedingt die ultimative Lösung ist, gibt es Gründe wann Du es machen solltest. Im vorherigen Beitrag erfährst Du, warum es manchmal wichtig – aber auch schwierig ist – den Boden umzuarbeiten. Aber vielleicht hast Du auch schon einen Garten mit bestehenden Beeten, die Du nicht mehr groß bearbeiten musst. Dann hast Du Glück! In beiden Fällen solltest Du aber den Boden über den Winter abdecken. Ob da eine dicke Mulchschicht, Gründüngung oder eine Folie drüber liegt, das ist erstmal für den Boden egal. Zum Thema Mulchen kannst Du hier nochmal etwas genauer nachlesen. Spätestens im Frühjahr braucht der Boden aber noch etwas Nährstoffe, um das Jahr über genug zu „Futtern“ zu haben und ein ausgeglichenes Nährwertverhältnis nachzuweisen. Werde ich gefragt, was ich denn in diesem oder jenem Garten „düngen“ würde, gebe ich nie die gleiche Antwort. Denn es kommt nicht nur auf die Beschaffenheit des Bodens ( siehe auch hier) oder auf die äußeren Umstände an. Es spielt so viel in dieses komplexe System mit hinein, dass man am Besten so viel wie möglich betrachtet. Meist rate ich dann zu einer Bodenanalyse, um Nährstoffe, Mineralien und andere wichtige Elemente im Boden ausfindig zu machen. So kannst Du ganz genau nachsehen, was Dein Boden wirklich braucht und bei starken Abweichungen besser und gezielter gegensteuern. Es gibt aber einige andere, „alltägliche“ Methoden, die bei einem ausgeglichenen Boden meist schon ausreichen. (Verwende die Bodenanalyse ca. Alle 3-5 Jahre, um den Stand zu ermitteln und rechtzeitig eingreifen zu können)

Bodenschichten geben uns einen Einblick in die Beschaffenheit des Bodens.

Kalk und Urgesteinsmehl

Frisch umgebrochenen Boden sollte man im zeitigen Frühjahr kalken. Natürlich immer nach im Hinblick auf die Bodenanalyse. Dabei kann man als groben Wert für Sandboden einen PH-Wert von 5,5 und bei Lehmboden einen Wert von 7 annehmen. Alles was dazwischen liegt, ist ein guter Bereich. Dann reichen in der Regel ca 150 g kohlensaurer Kalk auf 1 qm Boden – dabei einen Abstand von 3 Jahren. Schlägt der Boden weit von den Mittelwerten aus, solltest Du eine auffrischende Kalkung vorsehen. Ist der PH-Wert über 7, ist natürlich eine Kalkgabe unsinnig. Tatsächlich solltest Du dann unbedingt auf das Kalken verzichten. Zu viel Kalk beschleunigt den Humusabbau und setzt viele Nährstoffe frei. Auf Dauer laugt zuviel Kalk dann den Boden aus. Es gibt viele verschiedene Arten von Kalk. Je nach Deinem Bedarf solltest Du den jeweiligen auswählen und ausbringen. Bei Fragen solltet Du Dich in einem Fachhandel vor Ort beraten lassen.

Urgesteinsmehl ist sehr fein gemahlener Stein und enthält viele Mineralien. Es zählt auch nicht zu den Düngern, sondern zu den Bodenverbesserern. Enthalten sind Tiefengesteine wie Basalt oder Granit und Kalksteine. Diese werden auf ca 0,2mm gemahlen. Die enthaltenen Mineralien und Spurenelemente bessern den Boden nachhaltig auf, die Bodenstruktur verbessert sich und die Pflanzen können besser die Nährstoffe aufnehmen. Urgesteinsmehl kannst Du jedes Jahr mit in den Boden einarbeiten. Allerdings solltest Du, wie auch beim Kalk ab einem PH-Wert von 7, kein Urgesteinsmehl verwenden und regelmäßig eine Bodenanalyse machen. Als Richtwert eignen sich etwa 50 bis 200 Gramm pro Quadratmeter, wobei Du mehr Urgesteinsmehl verwenden kannst, je niedriger der PH-Wert ist. Im Gegensatz zu einer gezielten Kalkgabe kannst Du Urgesteinsmehl also jedes Jahr dem Boden zuführen.

Auch Kompost ist gut für den Boden – nur leider kann man im eigenen Garten kaum genug Material für alle Beete sammeln

Von Mist, Mulch und Kompost

Im biologischen Gartenbau ist organisches Material der Weg zu ertragreichen Ernten und gesunden Böden. Dabei gibt es drei verschiedene Wege, das organische Material dem Boden zuzuführen. Als organisches Material eignet sich so einiges: Kompost, Stallmist, Algen und Teichabsatz, Laub, altes Heu und Stroh oder Brennessel und Gründüngung. Manches eignet sich besser für die eine oder andere Ausbringung. Allerdings sollte man nicht damit rechnen, genug Material aus dem eigenen Garten ansammeln zu können, um die benötigte Menge für die Beete zu erreichen. Setzt man auf rein pflanzliches Material, bräuchte man mindestens die Fläche der Beete, um dort alleine Pflanzenmaterial zum Düngen anzubauen. Daher ist die Nutzung von tierischem Material zu empfehlen. Hält man keine eigenen Tiere, ist es gar nicht so schwer an Tiermist zu kommen. Frag doch einfach mal bei Deinen Nachbarn, einem Bauern in Deinem Ort oder einem Pferdestall in der Nähe nach. Meistens geben sie gerne ihren Mist ab und können ihn Dir vielleicht sogar anliefern.

Frischer Mist sollte nicht auf Beete für Wurzelgemüse wie Karotten oder Rüben verwendet werden, sonst können die Pflanzen mit einer Teilung der Wurzeln reagieren. Auch die Hülsenfrüchte brauchen keine Mistzugabe. Mist vertragen besonders gut die Kartoffeln. Wird der Mist im Herbst davor ausgebracht und eingearbeitet, gedeihen sie besonders gut. Gurkengewächse und Tomaten freuen sich ebenfalls über eine Gabe Mist, dieser sollte allerdings ein Jahr abgelagert sein. Eine andere Art den Boden zu Düngen ist das Mulchen. Das geht ganz unterschiedlich und mit verschiedenen Mitteln, je nachdem zu welcher Zeit Du die Beete abmulchen möchtest. Ist das Beet über den Winter nicht bestellt, kann eine dicke Schicht Mist ausgebracht werden. Wie oben beschrieben sollte auf Beeten mit Wurzelgemüse oder Hülsenfrüchte kein Mist verteilt werden. Laub oder altes Stroh können ebenfalls verteilt werden. Auch im Sommer können die Beetflächen gemulcht werden. Dazu eignet sich perfekt angetrockneter Rasenschnitt oder gereifter Kompost. Aber auch abgeschnittene Pflanzenreste eignen sich dafür. Der Boden sollte davor allerdings gut durchgehackt werden, um den Unkrautdruck niedrig zu halten. Besonders Wurzelunkräuter sollten beseitigt werden. Der Mulch hält die Feuchtigkeit im Boden, schafft ein gutes Bodenklima und füttert die Bodenlebewesen. Näheres dazu kannst Du hier nachlesen. Eine weitere Möglichkeit ist, das ganze Pflanzenmaterial und den Mist der Tiere zusammen, gut geschichtet und gelüftet, in einem Kompost aufzuschichten und ihn durchgreifen lassen. Durch die vielen verschiedenen Materialien entsteht ein wunderbarer Kompost, der dann ausgebracht werden kann.

Gründüngung – lebender Mulch

Gründüngung ist so eine tolle Möglichkeit, den Boden zu düngen, zu schützen und nachhaltig zu pflegen. Dabei werden bestimmte Pflanzen nur zu dem Zweck angebaut, um in den Boden eingearbeitet oder darauf verteilt zu werden. Dabei verrotten die abgeschnittenen, und am Besten etwas zerkleinerten, Pflanzen auf der Bodenkrume. Würmer und andere Bodenlebewesen verarbeiten sie nach und nach und geben die Nährstoffe an den Boden weiter. Die Gründüngung kann auch in den Boden eingearbeitet werden. Tendenziell kann man sagen, dass nach der Einarbeitung etwa 3 Wochen später gepflanzt werden kann. Etwa nach 5 Wochen kann ausgesät werden. Bei Mulchabdeckungen kann für eine Aussaat die Mulchschicht entfernt werden – Pflanzungen können direkt in den Mulch geschehen. Eine Stickstoffgaben beschleunigt den Verrottungsprozess. So bleibt der Boden nie unbedeckt und ist für eine direkte Neubepflanzung direkt verfügbar.

„One year’s seeding is seven years weeding“

Vorsicht ist immer bei „Unkräutern“ geboten. Sie samen sich schnell aus und können über Jahre hinweg Probleme bereiten. Trotzdem können auch sie guter Gründünger sein. Nicht umsonst lässt der visierte Naturgärtner gehackte Unkraut auf dem Beet liegen oder sammelt Brennessel und Co um die Beete zu mulchen. Ob Unkraut oder speziell angebaute Gründüngung, beides verrottet auch am Besten, wenn es vor der Blüte geschnitten wird. Unerwünschte, Samen tragende Pflanzen sollten keineswegs auf den Beeten liegen bleiben, oder auf den Kompost gebracht werden. Viele Pflanzen bilden auch im abgeschnittenen Zustand noch keimfähige Samen aus.

Welcher Gründünger ist wann geeignet

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Gründüngerpflanzen für den Sommer- oder Winteranbau. Oder eben die abfrierenden beziehungsweise nicht abfrierenden Pflanzen. Zusätzlich kann man zwischen Hülensfüchten und Nicht-Hülsenfrüchte entscheiden. Beide haben ihre Vorteile und ihre Nachteile. Für große Gärten eignen sich tendenziell Sommer–und Winterbegrünungen. In kleinen Gärten ist die Winterbegrünung angebracht, da so während der Vegetationszeit kein Platz verschwendet wird. Wer einem Stickstoffmangel entgegen wirken will, setzt auf Hülsenfrüchte.

Die Wicke

Die Wicke ist ein gute Winterbepflanzung und als Hülsenfrüchte ein besonders guter Stickstofflieferant. Sie hat besonders tiefreichende Wurzeln und produziert viel leicht verottbare Biomasse. Für den Überwinterungsanbau kann sie von August bis Oktober (je nach Witterung) ausgesät werden. Im Frühjahr kann sie untergegraben oder gemulcht werden. Auch für den Sommer kann sie im Frühjahr ausgesät werden und noch vor der Blüte gemulcht werden.

Der Gelbsenf

Auch der Gelbsenf ist eine vielgenutzte Gründüngerpflanze. Besonders gern wird sie nach Kartoffeln oder anderen Kulturen gesät, die im August geerntet werden. Das geht am Besten breitwürfig und leicht eingeharkt. Er braucht nur 4-5 Wochen zum Aufwachsen und kann daher bis Oktober ausgesät werden. Dann ist der Boden vollständig bedeckt und schützt den Boden vor den Witterungen im Winter. Gelbsenf wurzelt bis zu 1,5 Meter tief und lockert den Boden tiefgründig. Bei Frost friert er nach und nach ab – die Reste können im Frühjahr eingearbeitet werden. Da Gelbsenf allerdings zu den Kreizblütlern gehört, sollte auf die Fruchtfolge geachtet werden.

Bei Senf muss auf die Fruchtfolge mit anderen Kulturen geachtet werden

Klee

Klee, wie zum Beispiel der rote und weiße Klee, ist eine bliebte Gründüngung, die dazu auch noch winterhart ist. Es gibt auch Sorten, die im Winter abfrieren, diese werden aber seltener verwendet. Klee ist eine Leguminose und reich an Eiweiß. Außerdem besitzt Klee bis zu 2 Meter lange, viel verzweigte feine Wurzeln. So lockert er den Boden tiefgründig auf. Er gedeiht gut auf lehmigen Boden und ist relativ trittfest. Deshalb wird er im Garten gerne für die Wegebegrünung verwendet. Bis August kann Klee ausgesät werden und den Boden den Winter über abdecken. Soll das Beet schon im zeitigen Frühjahr bestellt werden, sollte der Klee bereits im Herbst eingearbeitet werden. Ein weiterer Pluspunkt ist die reiche Blütenpracht – viele Hummeln, Bienen und Schmetterlinge freuen sich.

Klee ist robust und eine gute Tierfutterquelle

Lupine

Die Lupine, eine große Hülsenfrucht und somit Leguminose, ist eine typische Sommergründüngung. Idealerweise wird sie im Frühsommer in Reihen ausgesät und den Sommer über wachsen gelassen. Man kann sie aber auch noch im Spätsommer aussäen, denn die Lupine wächst auch bei niedrigen Temperaturen und friert nicht gleich ab. Sie wird ca 1 Meter hoch und hat sehr tiefe Wurzeln, die anhand ihrer Knöllchenbakterien Stickstoff im Boden binden. Klassisch wird die Grünmasse gemulcht und entweder zur Flächenrottung liegen gelassen oder eingearbeitet. Die Lupinen zur Gründüngung sind nicht zu verwechseln mit der Süßlupine – nur die Süßlupine ist essbar, alle anderen sind giftig!

Lupine bildet viel Blattmasse

Phacelia

Wohl eine der bekanntesten Gründüngungen ist die Phacelia – auch Bienenweide genannt. Ihre Blütenpracht ist ein wahrer Magnet für Bienen und andere Insekten. Vorallem aber ist sie nicht verwandt mit den anderen Kulturpflanzen und muss sich so an keine Fruchtfolge halten. Durch ihr schnelles Wachstum und die viele Grünmasse unterdrücken sie auf Brachen ganz erfolgreich das Unkraut und können auch gemulcht werden. Man kann sie auch ausblühen und bis in den Winter wachsen lassen. Bei Frost frieren sie ab – die Reste können im Frühjahr eingearbeitet werden. Den besten Effekt der Gründüngung erfährt man, wenn vor der Blüte gemulcht wird. Es sollte also nach dem gewünschten Zweck entschieden werden.

Phacelia ist ein beliebter Insektenmagnet

Es gibt noch viele weitere Sorten für eine Gründüngung. Je nach Zweck und Sinn können diese auch hinzugefügt werden. Sie können also nach belieben gemischt werden – es sollte aber auf den Aussaatzeitpunkt und den Verarbeitungszeitpunkt geachtet werden. Für Gartenanfänger empfehle ich eine Gründüngung, die im Winter zum größten Teil abfriert und deren Reste nur noch eingearbeitet werden müssen. Fortgeschrittene Gärtner können eine Gründüngung als Zwischenfrucht versuchen. Hier findest Du zum Beispiel ein großes Angebot an Gründüngungen.

Top 5 Nützlinge im Garten

Wer kennt es nicht – nach tagelanger, ja wochenlanger Arbeit setzt du deine zarten Jungpflanzen in deinen Garten und dann der Grosse Schock : irgendein Schädling hat deine Pflänzchen Angefressen! Aber keine sorge, in einem biologischen Garten wirst Du schnell auch ein paar Nützlinge finden. Hier sind meine Top 5.

Der Marienkäfer

Dieser kleine Glückskäfer ist ein richtig toller Helfer im Garten. Sehr viele der Marienkäferarten fressen Blattläuse, sowohl als adultes Tier, als auch als Larve. Der Marienkäfer frisst am Tag ca 100 bis 150 Blattläuse, in seiner Entwicklungszeit bis zu 600. Wenn das mal nicht eine Leistung ist. Bei den ersten warmen Frühlingstemperaturen krabbeln sie aus ihren Winterverstecken und stürzen sich gerne auf die saftsaugenden Untermieter. Und eigentlich ist es gar nicht so schwer, die hübschen Käfer in den Garten zu locken. Ein ausgeglichener und möglichst naturnaher Garten ist ein Paradies für den Marienkäfer. Du wirst sehen, wie schnell der Marienkäfer dann in Deinen Garten einzieht.

Die Wespe

Für manche ein Plagegeist, für mich ein echter Nützling. Ja, sie können stechen, sie gehen gerne an reifes Obst und können beim leckeren Frühstück echt nerven. Trotzdem möchte ich sie nicht missen. Viele wissen es nicht, aber auch Wespen sind wichtige Bestäuber, da sie viel mehr Diversität in ihrer Blütenauswahl haben. Außerdem fangen und töten sie Larven und Raupen, um diese an ihre eigenen Zöglinge zu verfüttern. Adulte Wespen ernähren sich von Früchten, Obstsäften und Nektar. Deshalb sollten Essensreste und besonders süße Getränke immer verschlossen oder weggeräumt sein. In der Regel brauchen Wespennester auch nicht entfernt und umgesiedelt werden. Werden die Wespen nicht direkt gestört, bleiben sie relativ friedlich, auch wenn man mal etwas dichter dran vorbei geht. Generell sollte man ein friedliches miteinander bestreben, die Wespen mit Vorsicht bestaunen und sich an ihren Vorteilen erfreuen.

Die Raubmilben

Die kleinen, meist nur bis 1 mm großen Nützlinge sind, wie der Name schon sagt, richtige Räuber. Sie fressen die Eier und Larven der Trauermücken und anderer Schadinsekten. Einige Arten haben sich auf die Spinnmilben oder Rote Milbe spezialisiert. Wie Du siehst, sind es manchmal ganz einfache Tiere, die Dir von ganz alleine helfen. Und obwohl der kleine Nützling so winzig ist, kann ein Einzelner bis zu 20 Eier am Tag verspeisen. Solltest Du also einen dieser Winzlinge finden, hüte und pflege ihn!

Eine Raubmilbe (Quelle:https://de.m.wikipedia.org/wiki/Raubmilben)

Nematoden

Unter den vielen Arten von Nematoden gibt es gute und schlechte – wir wollen uns aber um die guten kümmern. Nematoden sind mikroskopisch kleine Fadenwürmer, die im Boden leben. Um sich zu ernähren und zu vermehren, fressen sie die Larven einiger Schädlinge von innen auf. Die sogenannten Räubernematoden (Heterorhabditis) gewinnen also im Garten immer mehr an Bedeutung. Sie fressen Schnecken und Schneckeneier, Engerlinge (die Larven de Gartenlaufkäfers), die Larven der Trauermücken und viele mehr. Im Handel gibt es viele spezielle Nematoden zu kaufen. Diese werden in Gießwasser vermischt und in den betroffenen Bereichen verteilt. Die Erde sollte für mindestens 2 Wochen feucht gehalten werden, damit sie die kleinen Helferlein wohl fühlen. Bei starkem Befall sollten sie 2 bis 3 Jahre verwendet werden.

Der Tigerschnegel

Auch wenn man es nicht glaubt, diese Schnckenart ist ein wirklicher Nützling. Diese, mit einer schönen Raubtierzeichnung auf dem Körper gezeichnete, Schnecke, ernährt sich von abgestorbenen Pflanzenresten, Pilzen und eben Schneckeneier und Schnecken selbst. Deswegen wird sie auch als Raubschnecke bezeichnet. Der Tigerschnegel wird ca. 20 cm lang und hält sich gerne in Steinhaufen und feuchten Plätzen auf. Auf Schneckenkorn und andere Giftstoffe solltest Du verzichten, um diesem Nützling nicht zu schaden. Interessant zu wissen: Tigerschnegel paaren sich hängend und in sich drehen an einem Schleimpfaden. Ein richtiges Spektakel.

Es gibt noch viele weitere Nützlinge im eigenen Garten. Ob groß oder klein, viele bleiben unbemerkt und arbeiten im Verborgenen für Dich. Das A und O ist ein naturnaher Garten, der ausreichend Plätze und Möglichkeiten bietet, und so den Nützlinge einen Lebensraum stellt. Eine „unschöne“ Ecke im Garten, mit Steinen, Ästen und ein wenig „wilde“ Pflanzen, lockt oft schon im ersten Jahr verschiedenste Nützlinge an. Wichtig ist, dass Du unbedingt auf jegliche Pflanzenschutzmittel und Chemie verzichtest, sonst vergrämst oder tötest sogar Deine neuen Helferlein.

In meiner Beitragsreihe „Fehler im System -Insektensterben“ findest Du einige Gründe, warum immer mehr Insekten sterben und verschwinden, und wie Du ihnen helfen kannst. Es gibt einige Möglichkeiten, wie Du Insekten in Deinen Garten locken kannst und ihnen artgerechte Rückzugsmöglichkeiten bietest. Wenn Du diese Tipps beachtest, kannst Du die Insektenwelt in Deinem Garten wirklich nachhaltig schützen.