Sortenempfehlung Chili „De Cayenne“

Allgemeines

  • Zu den Capsicum Pflanzen gehört nicht nur die Chili, sondern auch Paprika, Peperoni, Peperocini und Spanischer Pfeffer.
  • Insgesamt gibt es ca. 4000 bekannte verschiedene Sorten
  • Die Chilis kommen ursprünglich auch Südamerika und wurden im 15. Jahrhundert durch Seefahrer nach Europa gebracht
  • In unserem Klima können Chilis nicht draußen überwintern. Allerdings können viele Chilisorten in der Wohnung über den Winter gebracht werden.
  • Die Schärfe der Chilis wird in Scoville gemessen, wobei der Wärmegrad des in der Schote enthaltenen Capsaicin gemessen.

Die Chili de Cayenne

Die Cayenne Chili ist eine der beliebtesten Chilisorten und wird weltweit in den meisten Hobbygärten angebaut. Aber nicht nur für den Hobbygärten ist sie interessant, sondern auch für die Weiterverarbeitung. Aus der Cayenne Chili wird der bekannte Cayennepfeffer hergestellt. Dafür werden die Schoten ganz einfach getrocknet und zu feinem Pulver gemahlen. Die Cayenne Chili wird in der Regel mit 30 000 bis 50 000 Scoville angegeben und liegt damit auf der Schärfegradskala bei ungefähr 8. Wie bei allen natürlichen Produkten kann dies aber deutlich abweichen – Schoten mit kaum oder extremer Schärfe sind immer mit dabei. An sich ist diese Chilisorte „relativ“ pflegeleicht. Hier könnt Ihr direkt mehr über den Anbau lesen. Sie wird ca. 60 – 80cm groß und leicht buschig. Die Schoten sind dünnfleischig und ca. 10 cm lang. Ausgereift sind sie von einem kräftigen Rot. Die Cayenne Chili kann je nach Wetter bis in den Oktober hinein beerntet werden. Oft blüht sie mehrmals und bildet dann noch einige kleine Früchte aus. Was Du mit den Chilis alles noch machen kannst, kannst Du hier lesen. Übrigens: In Ihrem Herkunftsgebiet Südamerika gibt es für die Cayenne Chili ein besonderes Qualitätsmerkmal – leicht schrumpelig! Eigentlich ganz sinnvoll. Denn dann ist die Chili schon etwas angetrocknet, hat einen stärkeren scharfen und rauchige Geschmack und ist länger haltbar.

Anbau

Chilis kommen aus dem subtropischen Raum. Deshalb brauchen sie in jeder Phase bestimmte Bedingungen. Vorallem die richtige Temperatur ist enorm wichtig.

  • Chilis haben eine lange Anzuchtszeit und müssen frühzeitig im Jahr angezogen werden. Am Besten beginnt Ihr bereits Ende Januar bis Mitte Februar.
  • Sucht Euch im Vorraus qualitativ gutes Saatgut aus. Am Besten ist Samen festes und biologisches Saatgut. So könnt Ihr später Euer eigenes Saatgut ernten. Hier oder hier könnt Ihr beispielsweise gutes Saatgut bestellen.
  • Ob Ihr in Saatschalen oder Töpfchen anzieht, bleibt Euch selbst überlassen. Töpfe haben den Vorteil, dass später nicht mehr pikiert werden muss, sondern einfach in größere Töpfe umgesetzt werden kann. Die Keimquote ist relativ gut, meist gehen von 10 Samen 8 auf.
  • Verwendet lockere nährstoffarme Anzuchterde und vermischt sie am Besten mit etwas Sand, damit sie schön locker bleibt.
  • Verzichtet auf Torf. Es gibt schon einige gute Alternativen, welche den Abbau von Torf vermindert. Persönlich habe ich mit Quelltabs aus Kokos oder ähnlichem weniger gute Erfahrung gemacht. Leider trocknen diese sehr schnell aus.
  • Befülle Dein Gefäß mit Erde und drücke sie leicht an. Gebe das Saatgut hinein und bedecke es mit ca. 0,5 – 1cm Erde. Feuchte die Erde gut an, am Besten sogar mit lauwarmen Wasser.
  • Stelle die Schalen oder Töpfe in einen Anzuchtkasten oder Decke sie mit Frischhaltefolie oder ähnlichen ab. Dadurch bleibt die Luftfeuchtigkeit länger konstant und Du musst das Substrat weniger anfeuchten.
  • Wenn Du Deine Anzuchten auf die Fensterbank stellen möchtest und diese kalt sind, versuche sie mit etwas Styropor, Karton oder ähnlichem etwas zu isolieren.
  • Jetzt heißt es warten. Die Keimdauer kann zwischen 7 bis 25 Tagen dauern. Bei mir sind die meisten Samen nach ungefähr 2 Wochen aufgegangen. Es kann allerdings passieren, dass manche auch erst später aufgehen.
  • Sobald die ersten Keimlinge sichtbar sind, sollten sie genug Licht bekommen. Entweder an einem hellen Fenster oder mithilfe einer Pflanzenlampe.
  • Nach einigen Tagen kannst Du die Folie oder Haube entfernen, spätestens wenn die Keimblätter völlig entfaltet sind. Zu viel Feuchtigkeit auf den kleinen Pflänzchen kann zu Schimmelbildung und Fäulnis führen.
  • Ist der größte Teil des Saatgut aufgegangen (aber spätestens wenn alle Keimblätter groß genug sind), sollte die Temperatur auf ca. 15 bis 18 Grad abgesenkt werden, damit die Pflanzen nicht vergeilen. Meist reicht hier aber schon das abnehmen von Folie oder Haube aus.
  • Ca. 4 Wochen nach aufkommen der Saat kann entweder in größere Töpfe pikiert oder umgetopft werden. Hier könnt Ihr schon leicht gedüngte Erde im Verhältnis 1:1 mit Anzuchterde mischen und verwenden. Viele Nährstoffe werden noch nicht benötigt.
  • An milden Tagen können die kleinen Zöglinge nun an die Witterungsverhältnisse draußen angepasst werden. Stellt sie dafür an einen leicht geschützten Ort, zuerst am besten in den Halbschatten. Haben Sie sich an leichte Sonne gewöhnt, können Sie mäßig in die Sonne gegeben werden. Leichter Wind fördert ein stabiles Stängelwachstum und das bessere Einwurzeln. Aber wichtig: Die Pflanzen dürfen jetzt keinen Frost abbekommen! Möglichst also immer abends wieder in die Wohnung oder ein geschütztes Gewächshaus stellen.
  • Nach den Eisheiligen, also Mitte Mai, können die Chili in die Beete gepflanzt werden – im Gewächshaus eventuell schon etwas früher. Dabei sollte ein Abstand von 40cm eingehalten werden. Der Nährstoffbedarf steigt nun, gebe also etwas Langzeitdünger wie Hornspäne in das Pflanzloch und vermische die Erde mit gutem Kompost.
  • Bei Bedarf kann ein Stützstab sinnvoll sein. Bei großer Hitze achte unbedingt auf regelmäßiges Gießen. Gelegentliche Gaben von Flüssigdünger können das Wachstum unterstützen.
  • Je nach Blütezeit kannst du ca. 3 Monate später die ersten Reifen Früchte ernten. Bei mir sind die ersten reifen Früchte Ende Juli / Anfang August reif geworden. Die letzten habe ich im Oktober geerntet.
  • Chili sind nicht winterhart. Wenn Du nicht jedes Jahr neue Pflänzchen vorziehen möchtest, kannst Du versuchen, Deine Chilis zu überwintern. Diese solltest Du dann unbedingt vor dem ersten Frost rein holen. Stelle die Chilis dann an einen hellen Ort, der nicht allzu warm ist (ca 15 Grad). Du solltest die Pflanzen nur mäßig gießen. Sind im nächsten Jahr die letzten Fröste vorbei, kannst Du die Chilis in wieder nach draußen stellen oder pflanzen.

Leckeres aus der Chili

Getrocknete Chili / Chilipulver

Chilis generell, aber besonders die dünnfleischige „De Cayenne“, lassen sich gut trocknen und als ganze Schote oder zu Pulver verarbeitet verwendet. Dafür können die Schoten zB auf einen gezogen werden und an einem trockenen und luftigen Ort aufgehängt werden. Oder aber, wenn es nur wenige sind, legt man sie ganz einfach so zum Trocknen an einen warmen Ort. Natürlich geht auch ein Dörrautomat oder ein Backofen, indem man bei ca. 50 Grad die Schoten trocknet (die Backofenklappe dabei mit einem Holzlöffel einen Spalt aufhalten, damit die Feuchtigkeit austreten kann). Die Chilischoten sind fertig getrocknet, wenn sie sich ledrig und trocken anfühlen. Verwendet nur intakte Schoten, damit die Gefahr von Fäulnis minimiert wird. Die getrockneten Schoten können super in einem locker verschlossenen Einmachglas aufbewahrt werden und sind an einem trockenen, dunklen und kühlen Ort mehrere Monate haltbar. Die Schoten könnt Ihr nun direkt zum Würzen verwenden, oder Ihr macht euch ganz einfach eigenen Cayennepfeffer, Dazu den Fruchtanteil der Chilischote grob zerkleinern und entweder in einem Mörser oder einer Mühle zermahlen. Achtung: Auch getrocknete Chilis besitzen noch viel Schärfe. Wäscht Euch unbedingt nach dem Verarbeiten gut die Hände und vermeidet den Kontakt mit den Augen.

Getrocknete Chilis sind lange haltbar
Chili – Öl

Chilis eignen sich auch hervorragend um leckeres Öl anzusetzen. Es schmeckt nicht nur prima, sondern sieht auch noch sehr dekorativ aus. Und wieso nicht selbstgemachtes Öl als Geschenk verwenden? Das Ansetzen geht eigentlich ganz einfach. Gib in eine sauber ausgekochte und trockene Flasche die Chilischoten und Fülle die Flasche mit gutem Öl auf. Nach ca. 2 Wochen ist das Öl durchgezogen und kann zum Anbraten oder Würzen benutzt werden. Das Öl sollte kühl und dunkel aufbewahrt werden.

Getrocknete Chili können zu Pulver gemahlen werden

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