Quicktipp der Woche – Anzuchterde selber herstellen

Anzuchterde kannst Du ganz einfach aus 3 Komponenten herstellen. Wie Du das machst und welche Tricks es noch gibt, erfährst Du hier.

Es gibt sie zu kaufen – in 10l, 20l und 60l, mit Perlite oder ohne, ohne Düngung, leicht angedüngt oder mit 8 Wochen Langzeitdünger – unsere beliebte Anzuchterde. Jeder Hersteller verspricht anderes und doch sollen sie alle eigentlich nur das Gleiche, nämlich unseren keimenden Jungpflänzchen die optimalen Bedingungen liefern. Doch was brauchen unsere Jungpflanzen eigentlich? Und wie kannst Du Deine eigene Anzuchterde selber herstellen?

Gut gebettet ins Leben starten

Wenn das Samenkorn in die Anzuchterde gelegt und bei richtiger Temperatur feucht gehalten wird, dauert es nicht lange, bis es keimt und zu wachsen beginnt. Kleine und feine Würzelchen beginnen zu wachsen und die Keimblätter Strecken sich Richtung Licht. Damit das neue Leben gut wachsen kann, braucht es nun die richtige Unterlage. Dabei ist es erstmal unwichtig, aus welchem Material es besteht. Wichtig ist, dass sie Wasser speichert und luftdurchlässig ist. Anfangs sollte sie kaum bis wenig Nährstoffe enthalten. Erst später sind Nährstoffgaben notwendig. Meistens werden Erden oder Fasern verwendet. Je lockerer das Substrat ist, desto besser kann die Jungpflanze anwachsen. Wenig Nährstoffe und ein dezentes Gießen (nach dem vollständigen keimen) fördern ebenfalls das Wurzelwachstum.

Meine eigene Anzuchterde

Wie Du Anzuchterde selber herstellst

Wie schon zu Anfang beschrieben, kann man ganz einfach die eigene Anzuchterde herstellen. Zugegeben, ein Balkon – oder Vorgartengärtner hat es mit der eigenen Herstellung etwas schwieriger, aber spätestens ab einem Kleingarten lohnt es sich wirklich eigene Anzuchterde herzustellen. Folgende 3 Materialien brauchst Du dazu:

  • 2 Teile fein gesiebte Gartenerde
  • 1/2 bis 1 Teil feiner, gut abgereifter Kompost
  • 1/2 Teil Sand (zB Spielsand)

Gartenerde

Unsere Gartenerde ist die Basis der selbst hergestellten Anzuchterde. Sie hat meist eine ausgewogene Nährstoffsättigung und ist nicht überdüngt. Aus meiner Erfahrung eignet sich besonders Maulwurfserde dafür. Diese Erde wird von den Gartenhelfern aus tieferen Erdschichten an die Oberfläche gebuddelt und ist somit kaum mit Beikrautsamen belastet. Du kannst aber auch magere Erde direkt von Deinem Beet nehmen.

Abgereifter Kompost

Ein Teil unserer Anzuchterde besteht aus abgereiften und feinen Kompost. Kompost bezeichnet die durch Bodenlebewesen und Mikroorganismen vollzogene Umwandlung von organischen Materialien in Humus und Nährstoffe. Je nach Zusammensetzung sind verschiedene Anteile vorhanden. Mal mehr Stickstoff, Kali, Phosphat und so weiter. Je nach Nährstoffbedarf der Jungpflanzen sollten zwischen einem halben bis einem Teil Kompost verwendet werden.

Sand

Auch Sand ist ein wichtiger Bestandteil. Durch seine feine aber lockere Zusammensetzung gibt er Luft in den Boden und wirkt als natürliche Drainage. Eine feine Schicht Sand auf den Saattüpfen verhindert außerdem das Aufspritzen von Gießwasser und schützt oft vor dem Einnisten von Schädlingen, da die Oberfläche abtrocknen kann.

Anzuchterde mischen

Je nach Bedarf kannst Du nun die verschiedenen Materialien zusammenbringen. Ich finde es am einfachsten, die einzelnen Bestandteile in Eimern abzumessen. In einen großen Maurerkübel gebe ich dann 2 mal 10l Eimer Gartenerde, 1 Eimer Kompost und einen halben Eimer Sand. Alles zusammen wird dann kräftig vermischt und bei Bedarf etwas angefeuchtet. Jetzt kannst Du Deine selbst hergestellte Anzuchterde schon verwenden. Achte darauf, die Erde später nicht offen stehen zu lassen, damit sich keine Beikrautsamen darin verteilen können.

3 weitere Tipps

1. Kokoshumus anstatt Gartenerde

Eine schöne Alternative zur Gartenerde ist Kokoshumus. Dieser besteht aus zerkleinerten Kokosfasern. Kokoshumus hat eine gute Wasserspeicherqualität und ist wunderbar fluffig. In der Regel ist Kokoshumus ungedüngt und durch seine langsame Umsetzung relativ Nährstoffarm. Was allerdings eine praktische Sache in nseren Beeten ist. Kokoshumus wird meist in gepresster Ziegelform angeboten. Dadurch ist sie ungemein platzsparend und leicht zu lagern. Diese Ziegel werden mit der angegebenen Menge an Wasser aufgequollen. Du wirst sehen wieviel Volumen draus entsteht. Nimmst Du warmes Wasser, quillt der Ziegel sogar noch mehr auf.

Diese Kokosfasern werden fein gehackt und zu Kokosziegeln gepresst.

2. Gartenerde dämpfen

In jeder Gartenerde ist, auch wenn man wirklich aufpasst, immer eine bestimmte Beikrautsamenmenge vorhanden. Im eigentlichen ist das nicht unbedingt schlimm, allerdings kann aufkeimendes Beikraut besonders bei der Aussaat von feinen und langsamkeimenden Pflanzen zu einem Problem werden. Oft keimt das Beikraut vor den Nutzpflanzen. Abhilfe kann hier das dämpfen der Erde schaffen. Dabei wird die Erde angefeuchtet und bei mindestens 80 Grad erhitzt. Draußen kann man dies gut in einem feuerfesten Bottich oder Topf auf einer Feuerstelle oder in der Außenküche umsetzen. Bei kleineren Mengen gibt es auch die Möglichkeit, die Erde auf einem Blech im Backofen zu dämpfen. Und noch einen Vorteil hat es: die warme Erde bietet optimale Startbedingungen zum Keimen der Saat.

Die Erde kann in einem großen Topf gedämpft werden.

3. Perlite anstatt Sand

Eine alternative zu Sand, oder als zusätzliche Beigabe, können Perlite sein. Perlite sind vulkanisches und relativ leichtes Gestein. Dieses Gestein kann Wasser und Nährstoffe in seinen Hohlräume speichern und langsam wieder abgeben. Außerdem lockert es die Erde ungemein durch die Lufteinschlüsse auf. In den meisten Bau- und Gartenmärkten kannst Du Perlite abgesackt finden. Hier musst Du unbedingt darauf achten, unbehandelte Material zu verwenden. Oft werden Perlite mit Silikon en und chemischen Zusätzen behandelt, wenn sie als Bau- oder Dämmmaterial verwendet werden. Und diese Zusätze wollen wir ja nicht in unserem Garten haben.

Eine schöne gemischte selbst hergestellte Anzuchterde

Ich hoffe ich konnte Dir einige Tipps zum Thema Anzuchterde geben. Wie Du siehst, ist es gar nicht so schwierig und mit ein bisschen Arbeit ist schnell eine gute Anzuchterde selbst hergestellt. Also – an die Erden, fertig, los!

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