Planen im Januar – Teil 3

Wie ein einfacher Anbauplan deine Saison ganz simpel gestalten lässt

Im dritten und letzten Teil der Planen im Januar Serie erfahrt ihr von mir, wie Du Deine Pflanztabelle auch in die Tat umsetzen kannst und Schritt für Schritt durch die Saison gehst. Hier erstellen wir zusammen unseren entgültigen Anbauplan und ich werde Dir erklären, worauf Du achten solltest. Also, lass uns loslegen!

Die Beetflächen einteilen

Im ersten Schritt solltest Du Deine Beetflächen einteilen. Erinnerst Du Dich an den ersten Teil? Dort haben wir den Garten schon in Beetflächen unterschieden und alles wichtige eingeteilt. Jetzt müssen die Beete selbst eingeteilt werden. Dabei solltest Du auf eine sinnvolle Breite der Einzelbeete achten. Zu schmale Beete sind uneffektiv, ein zu breites Beet macht Dir das Arbeiten schwer. Es verhindert dass Du bequem von beiden Seiten bis in die Mitte hin reichen kannst. Aber das ist wichtig. Einmal um effizient zu arbeiten und zum Anderen, eine der wichtigsten Ressourcen zu schonen: Deine Arbeitskraft! Versuche also die einzelnen Beetflächen zwischen 0,75m und maximal 1m einzuteilen. Die Gesamtanzahl der Beete richtet sich nun nach der Größe der Hauptbeete. Hier kannst du nochmal etwas dazu nachlesen. Nummeriere die Beete am Besten durch, zum Beispiel so: Feld 1 hat 3 Beete, also Beet 1.1 , 1.2 und 1.3, Feld 2 hat 3 Beete, also Beet 2.3 , 2.2 und 2.3, und so weiter. So kannst Du später den einzelnen Beeten alles genau zuordnen. Zeichne Dir grob alle Felder auf ein Blatt Papier und trage die Maßen ein. Idealerweise sind alle Beete gleich lang und breit. So kannst Du später die Kulturen ganz einfach wechseln.

Mein aktueller und genauer Pflanzplan. Für die Kulturen habe ich eingetragen, wann ich genau direkt säe, vorziehe, auspflanze und wann der geplante Erntezeitraum ist. Durch die unterschiedlichen Farben ist direkt alles auf einem Blick ersichtlich.

Die Hauptkultur

Als nächstes solltest Du die Hauptkulturen für die einzelnen Beete festlegen. Das bedeutet, Du suchst Dir aus Deiner Pflanztabelle die Kulturen heraus, die am längsten auf dem jeweiligen Beet sein werden bzw die Du am Liebsten magst. Das kann zum Beispiel Zucchini, Bohnen, Möhren, Zwiebeln, Kürbis, Kartoffeln, Gurken, Tomaten, Chili, Paprika oder Kohl sein. Diese Kulturen werden Dir über die Saison den meisten Ertrag bringen und mehr oder weniger am meisten Pflege benötigen. Trage Dir also entsprechend die Hauptkulturen auf die gewünschten Beete ein. Dabei trägst Du aber nur die geplante Standzeit auf dem Beet ein. Voranzuchttermine, Pflanztermine und Keimzeiten hast Du ja bereits in der Pflanztabelle eingetragen. Gehe so für jedes Beet beziehungsweise jede Deiner Hauptkulturen vor. Im nächsten Schritt kümmern wir uns um die Vor- und Nachkultur.

Der Anbauplan in einer Exceltabelle: Hier ist das Feld 1 in 10 Beete geteilt. Diese haben jeweils 3-4 Kulturen. Im oberen Bereich sind die Monate mit ihren Wochen als Zeitskala eingerichtet. Auf Beet 1 und 5 sind zB Zucchini als Hauptkultur vorgesehen. Auf Beet 6 und 7 sind Zuckererbsen und Sommermöhrensätze zusammen als Hauptkulturen vorgesehen.

Die Vor- und Nachkulturen

Vor- und Nachkulturen sind, wie der Name schon sagt, vor und nach den Hauptkulturen auf den Beetflächen. Das bedeutet also, sie dürfen nur eine bestimmte, möglichst kurze Zeit, auf den Flächen stehen. Spätestens wenn die Hauptkultur auf die Beete müssen, sollte alles raus sein. Es gibt noch einen kleinen aber feinen Unterschied zwischen der Vorkultur und Nachkultur. Für Vorkulturen solltest Du immer schnellwachsende Sorten wählen, vielleicht sogar welche, die Du schon recht früh im Jahr vorziehen beziehungsweise aussäen kannst. So kannst Du schon im April und Mai die ersten Ernten einfahren, bevor die Hauptkultur eingepflanzt wird. Je nachdem, ob diese gepflanzt oder gesät werden, kannst Du Vorkultur und Hauptkultur überschneiden. Dafür erntest Du von der Vorkultur in der Mitte zuerst, sodass Du dort zuerst die Hauptkultur pflanzen kannst. So kannst Du zB zuerst die Asiasalate aus den mittleren Reihen ernten und dann nach den Eisheiligen die vorgezogenen Zucchini einsetzen. Bis die Zucchini groß genug sind, kannst Du die restlichen Asiasalate abernten. Die Nachkulturen können in der Regel länger auf dem Beet stehen. Oft bietet sich hier an, Wintergemüse anzubauen oder ein spätes Lagergemüse. Auch Spinat, Feldsalat, oder Winterkopfsalate können, etwas vor dem Wetter geschützt, auch über den Winter geerntet werden. So kannst Du die Saison noch etwas nach hinten verschieben und sogar teilweise von Januar bis März schon wieder die Saison starten.

Der letzte Feinschliff

Wenn Du jede Kultur ausgesucht und geplant hast, solltest Du noch auf ein paar Kleinigkeiten achten. Es sollte auf jeden Fall trotzdem auf die Fruchtfolge geachtet werden. Auch zwischen den einzelnen Kulturen auf einem Beet. Manchmal geht es natürlich nicht anders, aber es sollte immer versucht werden. Achte auch darauf, nur einen Starkzehrer pro Saison auf dem Beet einzuplanen und als Vor- und Nachkultur einen Schwachzehrer zu verwenden. Oder Mittelzehrer mit Schwachzehrern auszuwechseln. Besonders um das Vermehren von Schädlingen zu verhindern, ist es ganz wichtig immer wieder die Pflanzen Gattungen zu wechseln. Sehr gefürchtet ist die Kohlhernie, eine Pflanzenkrankheit, die die meisten Kreuzblütler befällt. Deshalb ist es besonders wichtig, die Beete nach einer Bepflanzung mit Kreuzblütler so lange wie möglich nicht nochmal mit diesen zu bepflanzen (ca.3-4 Jahre sind am Besten). Schiebe die Kulturen in Deinem Plan also so hin und her, bis alles passt und alle Aspekte beachtet sind. Nimm Dir Zeit dafür, das alles kann manchmal ziemlich lange dauern. Als kleiner Tipp: Wenn Du alles fertig hast, schaue Dir alles am nächsten Tag noch einmal an. Oft entdeckt man dann nochmal ein paar Kleinigkeiten, die noch geändert werden müssen. Hast Du alles zusammen und für Dich in Ordnung, kannst Du die ganzen Unterlagen, Zeichnungen und Tabellen am Besten in Klarsichthüllen in eine Mappe packen, damit Du sie auch in Deinem Garten benutzen kannst. Also auf die Hacke, fertig los!

2 Antworten auf „Planen im Januar – Teil 3“

  1. Hallo Michelle,Du hast ja alles super durchdacht und erklärt.
    Somit habe ich weniger Denkarbeit und kann jetzt für mich meinen
    Gartenplanen gestalten.Vielen Dank für die Garteninfos.Bis dann
    Gruss Gretel

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