Planen im Januar – Teil 2

Strukturiert Durch Dein gartenjahr

Im vorherigen Beitrag „Planen im Januar – Teil 1“ habe ich Euch die ersten Schritte zu einer erfolgreichen Gartenplanung erklärt. Die grobe Einteilung der Beetflächen wurde vorgenommen, Gemüsesorten ausgesucht und der Standort den entsprechenden Bedürfnissen nach ausgesucht. In diesem Beitrag möchte ich Euch anhand meines Pflanzplans weitere Tipps geben, damit Euch der Garten viel Freude bringt.

Der Anbauplan

Alles beginnt mit einem gut durchdachten Anbauplan. Er zeigt Dir am Ende des Tages genau, wann Du welches Gemüse im Beet stehen hast und wie Du die Fruchtfolge einhalten kannst. Außerdem ermöglicht er Dir, den Überblick über die Beete zu behalten. Für unsere Gemüsefarm habe ich, wie in Teil 1 schon beschrieben, zuerst meine gewünschten Kulturen ausgewählt. Dabei habe ich darauf geachtet, einige Kulturen in mehreren Sätzen anzubauen. Parallel bin ich meinen Bedarf durchgegangen und habe ausgerechnet, wieviel ich, in meinem Fall für den Verkauf, benötige. Anhand dieser Infos habe ich nun mein Saatgut zusammengestellt.

Die Pflanztabelle

Im nächsten Schritt ist es sinnvoll, eine Tabelle mit allen Informationen zusammenzustellen. Wichtig ist zum Beispiel die Pflanzenart, die Düngung, die Pflanzabstände und Sätze einzuarbeiten. So könnte beispielsweise die Tabelle aussehen:

So könnte eine Pflanztabelle aussehen

Spalte 1 – Gemüsesorten

In der ersten Spalte kannst Du Deine ausgesuchten Gemüsesorten eintragen. In welcher Reihenfolge Du sie einordnest, ist erstmal egal. Du kannst Sie alphabetisch oder nach einer anderen Dir sinnvoll erscheinenden Methode sortieren. Hier ist eine Sortierung nicht unbedingt notwendig.

Spalte 2 – Arten

In der Spalte „Arten“ trägst Du entsprechend zu Deinen Gemüsesorten die Art ein. Hier geht es also um die Pflanzenfamilie, wie zum Beispiel Kreuzblütler, Korbblütler, Leguminosen oder anderes. Das ist wichtig, damit Du später möglichst nicht zweimal hintereinander die gleiche Pflanzenfamilie auf Dein Beet bringst. Denn das kann später zu großen Schädlingsproblemen führen, die sich, je öfter die gleiche Pflanzenfamilie auf der gleichen Fläche ist, meist von Jahr zu Jahr verschlimmert.

Spalte 3 – Düngung

Die dritte Spalte habe ich „Düngung“ genannt. Denn der Output dieser Spalte soll der nötige Bedarf an Düngemittel sein. Hier wird aufgelistet, welches Gemüse wieviel „Nahrung“ braucht. Dafür werden diese den schon bekannten 3 Gruppen zugeteilt: Schwachzehrer, Mittelzehrer und Starkzehrer. Je nachdem kann ich abschätzen, wie viel zusätzlichen Kompost oder Pflanzenjauche ich benötige. Außerdem habe ich so die Möglichkeit, jedes Jahr, und sogar in der Saison, die Pflanzen nach dem Nährstoffbedarf zu wechseln (3 – Felder – Wirtschaft).

Spalte 4 – Direktsaat oder Pflanzung

Wichtig ist auch, ob Du die Saat direkt aussähst oder vorgezogene Pflanzen in das Beet setzt. Dementsprechend ergeben sich auch Termine für Voranzuchten und Planzungen. So hast Du alles wichtige direkt auf einem Blick.

Spalte 5 + 6 – Sätze und Anzahl der Pflanzen

In diesen Spalten habe ich eingetragen, wieviel Sätze ich in der Saison von der jeweiligen Kultur eingeplant habe. Dazu habe ich mir überlegt, wieviele Pflanzen ich am Ende benötige (dazu kommen ca 20-30% Überschuss), und ausgerechnet, wieviele Saatplatten ich dafür benötige. Hier ein Beispiel: Für meinen Brokkoli habe 2 Sätze mit je 154 Pflanzen geplant. Also brauche ich pro Satz 2 mal 77er Saatplatten (zb. Quickpots).

Spalte 7 – Abstände

In der nächsten Spalte trage ich ein, in welchen Abständen ich meine Pflanzen setzen möchte. Dazu schreibe ich auf, wieviel Reihen ich pro Beet benötige und welcher Abstand die Pflanze in der Reihe benötigt. Das ist auch insofern wichtig, dass Du später immer nachvollziehen kannst, wie Du gepflanzt hast. Vielleicht ist in Deiner Lage ein größerer Abstand sinnvoll, damit die Pflanzen besser durchlüftet sind, oder weil der Boden zu feucht ist.

Spalte 8 – Keimzeit

In Spalte 8 werden die Keimzeiten eingetragen. Diese benötigst Du, um später nach der Aussaat den Pflanzzeitpunkt zu bestimmen oder die Zeit abzuschätzen, wie lange Du Aussaaten auf besondere Weise schützen musst. Die Keimzeiten können sich von Jahr zu Jahr ändern. Ziel ist es aber, sie mit der Zeit anpassen zu können. Du wirst für Deine Lage feststellen, ob sie länger oder kürzer ist, oder zu welcher Jahreszeit sich die Keimzeiten verändern.

Spalte 9 + 10 – Aussaatzeitpunkt und Pflanzzeitpunkt

Hier trägst Du ein, wann Du die Saaten aussähst, und entsprechend nach der Keimzeit, in dein Beet auspflanzt. Wichtig ist dabei zu beachten, dass diese Termine in den meisten Fällen nicht fix sind. Oft kann sich das aussäen um ein paar Tage verschieben. Damit verschiebt sich auch der geplante Pflanztermin. Auch die Keimzeit kann Deine geplanten Termine schnell ein wenig verschieben. Aber keine Panik! Ein paar Tage verkraften die meisten Setzlinge. Dafür plant man extra Überganszeiten mit ein.

Weitere Spalten

Die nächsten Spalten kannst Du frei für Dich gestalten. Alles was Du sonst noch für wichtig erachtest, trägst Du nun hier mit ein. Für mich hat sich der Erntezeitpunkt, Ertrag und weiterer Platz für Notizen als sinnvoll gezeigt. Um einen besseren Überblick über die Deinen ganzen Planungsprozess zu erhalten, kann der Erntezeitpunkt behilflich sein. So erfährst Du nach und nach, wie lange die Kulturen wirklich brauchen, um erntereif zu sein. Für mich ist der Ertrag ebenfalls wichtig. Gut ist es, den ungefähren Ertrag berechnen zu können. Hier ein Beispiel: Ich habe geplant, zwei mal 154 Brokkoli zu pflanzen, also in der ganzen Saison 308 Pflanzen. Am Ende der Saison habe ich insgesamt 257 Brokkoli geerntet, die restlichen sind durch diverse Umstände nicht verwertbar. So kann ich am Ende überschlagen, wieviel ich wirklich brauche und was ich trotzdessen als Überschuss habe. Eine zusätzliche Spalte für Notizen ist ebenfalls sinnvoll. Hier kannst du alles eintragen, was Dir über das Jahr bei Deinen Pflanzen aufgefallen ist, was Du vielleicht ändern würdest, aber auch was richtig gut gelaufen ist. Solche Kleinigkeiten vergisst man schnell und am Ende ist man froh, wenn man auf diese Notizen zurückgreifen kann.

Hast Du nun alles zusammen gestellt, druckst Du Dir die Liste am Besten aus und hängst sie Dir gut sichtbar hin oder packst sie in Deine Gartenmappe. Natürlich kannst Du sie auch handschriftlich ausarbeiten. Mit diesen Infos kannst Du im nächsten Schritt Deinen Anbauplan zusammenstellen und zB In Excel ausarbeiten. Wie Du dabei vorgehst, stelle ich Dir in „Planen im Januar n- Teil 3“ vor. Viel Spaß beim Plenen!

2 Antworten auf „Planen im Januar – Teil 2“

  1. Hallo Michelle, ich finde deine Garten -planung sehr gut und für die Gegebenheiten sehr gut durchdacht. Ich werde einiges für unsere Planung und Durchführung verwenden, mal sehen wie es läuft. Hiermit beginnt jede gute Arbeit. Vielen Dank für die guten Anregungen. Gruß Jürgen

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